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Opioid-​Her­stel­ler Pur­due Phar­ma er­wägt an­geb­lich Kon­kurs zur Ver­mei­dung von Rechts­strei­tig­kei­ten

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Um den Ver­bind­lich­keiten aus Tau­sen­den von ge­gen das Un­ter­neh­men ein­ge­reich­ten Kla­gen zu ent­gehen, zieht Pur­due Phar­ma, der Her­stel­ler des star­ken Opi­o­id-​Schmerz­mit­tels Oxy­Con­tin, Be­rich­ten zu­fol­ge in Be­tracht, Kon­kurs an­zu­mel­den. In den Kla­gen wird dem Un­ter­neh­men vor­ge­wor­fen, mit be­trü­ge­ri­schen Prak­ti­ken hoch­gra­dig süch­tig ma­chen­de Me­di­ka­men­te auf den Markt ge­bracht zu ha­ben, die zu töd­li­chen Über­do­sen ge­führt ha­ben.

KOMMENTAR

Seit den spä­ten 1990er Jah­ren ist ein ra­pi­der An­stieg des Kon­sums von ver­schrei­bungs­pflich­ti­gen Opi­o­i­den zu ver­zeich­nen. Bis 2011 wa­ren sie die am häu­figs­ten ver­schrie­be­ne Me­di­ka­men­ten­klas­se in den USA ge­wor­den. Che­misch mit He­ro­in ver­wandt und mit ähn­li­chen Wir­kun­gen, ma­chen auch ver­schrei­bungs­pflich­ti­ge Opi­o­i­de stark süch­tig. Als Fol­ge des­sen star­ben zwi­schen 1999 und 2017 fast 218 000 Ame­ri­ka­ner an einer Über­do­sis die­ser Me­di­ka­men­te.

Das US-​Arz­nei­mit­tel­un­ter­neh­men Pur­due Phar­ma wird von vie­len Be­ob­ach­tern als Haupt­ver­ant­wort­li­cher für die Ent­ste­hung die­ser Si­tu­a­tion an­ge­se­hen. Nach­dem das Un­ter­neh­men 1996 Oxy­Con­tin, ein star­kes opi­o­i­des Schmerz­mit­tel, auf den Markt ge­bracht hat­te, ver­mark­te­te es die­ses ag­gres­siv als ein Me­di­ka­ment, das an­geb­lich we­ni­ger süch­tig ma­che, we­ni­ger miss­braucht wer­den kön­ne und we­ni­ger wahr­schein­lich nar­ko­ti­sche Ne­ben­wir­kun­gen ver­ur­sa­che.

Ein Jahr­zehnt spä­ter ga­ben die Füh­rungs­kräf­te von Pur­due in ei­nem Ge­richts­ver­fah­ren zu, dass sie das Me­di­ka­ment mit der Ab­sicht ver­mark­tet und be­wor­ben hat­ten, zu be­trü­gen bzw. in die Ir­re zu füh­ren. Im Jahr 2007 wur­de das Un­ter­neh­men in ei­nem der größ­ten Ver­glei­che in der Phar­ma-​Ge­schich­te der USA zu ei­ner Geld­stra­fe von 600 Mil­li­o­nen Dol­lar ver­ur­teilt. Ver­gli­chen mit den rund 35 Mil­li­ar­den Dol­lar, die Oxy­Con­tin Be­rich­ten zu­fol­ge Pur­due ein­brach­te, war die Geld­stra­fe je­doch im Grun­de ge­nom­men nur Klein­geld.

An­ge­sichts der Opi­o­id-​Kri­se, die mitt­ler­wei­le für den Tod von mehr als 70 000 Men­schen pro Jahr in den Ver­ei­nig­ten Staa­ten ver­ant­wort­lich ist, dür­fen sich die Ei­gen­tü­mer und Füh­rungs­kräf­te von Pur­due Phar­ma nicht aus ih­rer Ver­ant­wor­tung steh­len. Statt­des­sen soll­ten sie mit der vol­len Här­te des Ge­set­zes kon­fron­tiert wer­den. Ih­re Ver­mark­tung von Oxy­Con­tin ist ein wei­te­rer Be­weis für die kri­mi­nel­le Na­tur des ›⁠Phar­ma-​In­vest­ment­ge­schäfts mit der Krank­heit⁠‹.

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