

Millionen von Patienten mit einem hohen Risiko für einen tödlichen Herzinfarkt könnten ein Medikament von AstraZeneca einnehmen, das möglicherweise unwirksam ist, warnen Ärzte.
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Die Warnung bezieht sich auf den Thrombozytenaggregationshemmer Ticagrelor (Brilinta, Brilique oder Possia) und folgt auf eine umfangreiche Untersuchung des British Medical Journal. Dieses Medikament von AstraZeneca, das 2011 für den britischen National Health Service (NHS) zugelassen wurde, sollte eigentlich die Zahl der Todesfälle nach einem Herzinfarkt deutlich verringern. Neue Untersuchungen haben jedoch ernsthafte Zweifel an der Wirksamkeit des Medikaments aufkommen lassen. Mittlerweile sind Experten der Auffassung, dass bei wichtigen klinischen Studien, die sowohl für die Zulassung des Medikaments im Vereinigten Königreich als auch in den USA von zentraler Bedeutung waren, möglicherweise erhebliche Fehler bei der Darstellung der Ergebnisse gemacht worden sind. Die Forscher argumentieren insbesondere, dass die wichtigsten Resultate, die zum Nachweis der Wirksamkeit des Medikaments herangezogen wurden, in einer führenden medizinischen Fachzeitschrift ungenau dargestellt wurden.
Die Untersuchung des BMJ ergab, dass rund 25 Prozent der Thrombozytenwerte – die zur Beurteilung der Wirksamkeit von Ticagrelor bei der Verhinderung von Blutgerinnseln herangezogen werden – in den Studiendaten fehlten, die der US-amerikanischen Arzneimittelbehörde (FDA) vorgelegt wurden. Einige der ausgelassenen Messwerte zeigten eine erhöhte Thrombozytenaggregation, also genau den Effekt, den das Medikament verhindern soll. Diese Diskrepanzen geben zu der Sorge Anlass, dass die Studiendaten ein irreführendes Bild von Sicherheit und Wirksamkeit des Medikaments gezeichnet haben könnten.
Die Ergebnisse haben Alarm ausgelöst. Allein im Vereinigten Königreich wird Ticagrelor rund 45 000 Mal pro Monat verschrieben, oft bis zu vier Jahre lang nach einem Herzinfarkt. Die Gesundheitsbehörden könnten nun unter Druck geraten, die Weiterzulassung des Medikaments zu überprüfen. Immer häufiger wird eine größere Transparenz bei der Dokumentation klinischer Studien gefordert.
Im Jahr 2024 wurde AstraZenecas COVID-19-Impfstoff weltweit vom Markt genommen, nachdem festgestellt wurde, dass er tödliche Blutgerinnsel verursacht. Lesen Sie dazu mehr in diesem Artikel auf unserer Webseite.