

Unangemessene Mehrfachmedikation – die übermäßige oder unnötige Einnahme mehrerer Arzneimittel – ist einer neuen Studie der Universität Bath im Vereinigten Königreich zufolge eine der Hauptursachen für Notfalleinlieferungen in Krankenhäuser bei Erwachsenen über 65 Jahren.
[Quelle: medicalxpress.com]

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Die in der Fachzeitschrift Age and Ageing veröffentlichte Studie soll die erste sein, die mithilfe datengestützter Verfahren zeigt, wie komplexe Medikamentenverordnungen schnell zu kurzfristigen Krankenhausaufenthalten führen können. Da die Zahl Erwachsener höheren Alters weltweit stetig zunimmt, unterstreichen die Ergebnisse die Notwendigkeit, Wege zu finden, um vermeidbare Krankenhausaufenthalte zu verhindern.
Die Studie zeigt auf, wie ältere Erwachsene oft in »Verordnungskaskaden« geraten, bei denen die Nebenwirkungen eines Medikaments zu weiteren Verschreibungen führen, wodurch ein riskantes Netz von Wechselwirkungen entsteht. Anhand eines großen britischen Datensatzes erstellten die Forscher maschinelle Lernmodelle, die das Risiko einer Notaufnahme innerhalb von 30 Tagen mit einer Genauigkeit von etwa 75 Prozent vorhersagen konnten. Zu den wichtigsten Risikofaktoren gehörten ein hoher Index der Medikamentenbelastung (Drug Burden Index, DBI) sowie Lebensstilfaktoren wie Rauchen und Alkoholkonsum, aber auch Probleme wie eingeschränkte Mobilität und Stürze in der Vergangenheit.
Um das Problem in den Griff zu bekommen, arbeiten die Forscher an der Entwicklung eines einfachen digitalen Instruments – möglicherweise einer App – das Ärzten und Apothekern helfen könnte, Risikopatienten zu identifizieren. Durch die Beantwortung von Fragen zu den aktuellen Medikamenten, chronischen Erkrankungen und Lebensgewohnheiten einer Person könnten Ärzte einen Risikowert erhalten, der ihnen helfen würde, die Verschreibungen anzupassen und Krankenhausbesuche zu reduzieren.
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