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Eu­ro­pä­i­scher Vor­schlag zur De­re­gu­lie­rung neuer GVO-​Tech­no­lo­gien »⁠wä­re das En­de des öko­lo­gi­schen Land­baus⁠«

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Meldung

Kürz­lich hat die Eu­ro­pä­i­sche Kom­mis­sion die Locke­rung GVO-​Ge­set­ze vor­ge­schla­gen und be­stimm­te Gen-​Pflan­zen von den stren­gen Vor­schrif­ten in der EU aus­zu­neh­men. So ent­fie­le bei­spiels­wei­se die Kenn­zeich­nung gen­tech­nisch ver­än­der­ter Pflan­zen als GVO.
[Quelle: non-gmoreport.com]

[Bildquelle: Adobe Stock]

Kommentar

Auf Vor­schlag der Eu­ro­pä­i­schen Kom­mis­sion wür­den be­stimm­te gen­tech­nisch ver­än­der­te Pflan­zen, die mit so­ge­nann­ten »⁠neu­en Ge­nom-​Tech­no­lo­gien⁠« wie CRISPR⁠/​Cas9 er­zeugt wur­den, von der Kenn­zeich­nungs­pflicht als GVO aus­ge­nom­men wer­den. Ent­spre­chend wür­den vie­le die­ser Pflan­zen künf­tig nicht mehr den Vor­schrif­ten für Ge­sund­heits- und Um­welt­ver­träg­lich­keits­prü­fun­gen, Kenn­zeich­nung und Rück­ver­folg­bar­keit un­ter­lie­gen.

Kri­ti­ker war­nen je­doch, dass der Vor­schlag ei­ne fol­gen­rei­che Ka­pi­tu­la­tion vor der Lob­by­ar­beit der Bio­tech-​In­dus­trie durch Un­ter­neh­men wie Ba­yer, Cor­te­va und BASF dar­stellt. Sie wei­sen da­rauf hin, dass un­ab­hän­gi­ge Stu­dien ge­zeigt ha­ben, dass die Gen­ma­ni­pu­la­tion zu un­be­ab­sich­tig­ten Mu­ta­tio­nen mit un­vor­her­seh­ba­ren Fol­gen füh­ren kann. Da­her sei­en Be­haup­tun­gen über Si­cher­heit und Nach­hal­tig­keit ir­re­füh­rend. Die Geg­ner be­to­nen au­ßer­dem, dass ei­ne De­re­gu­lie­rung den Ver­brau­chern die Mög­lich­keit neh­men wür­de, zu wis­sen, ob sie GVO kon­su­mie­ren, und den Land­wir­ten die Mög­lich­keit, Kon­ta­mi­na­tio­nen zu ver­hin­dern, was so­wohl die Sou­ve­rä­ni­tät in punc­to Saat­gut als auch die Zu­kunft des öko­lo­gi­schen Land­baus in Eu­ro­pa über­haupt un­ter­gra­ben könn­te.

In den EU-​Mit­glied­staa­ten wächst be­reits Wi­der­stand ge­gen den Plan. Schon der vor­ma­li­ge deut­sche Land­wirt­schafts­mi­nis­ter Cem Öz­de­mir hat­te Zwei­fel da­ran ge­äu­ßert, dass der Vor­schlag das so­ge­nann­te ›⁠Vor­sor­ge­prin­zip⁠‹ der EU re­spek­tiert, wäh­rend der ös­ter­rei­chi­sche Land­wirt­schafts­mi­nis­ter ihn rund­weg ab­ge­lehnt und ver­sprach, den GVO-​frei­en Sta­tus Ös­ter­reichs bei­zu­be­hal­ten. Das Er­geb­nis wird nicht nur über die künf­ti­ge Re­gu­lie­rung gen­tech­nisch ver­än­der­ter Pflan­zen in Eu­ro­pa ent­schei­den, son­dern auch über die Exis­tenz­fä­hig­keit der öko­lo­gi­schen Land­wirt­schaft auf dem Kon­ti­nent.

Die Schweiz hat un­längst an­ge­kün­digt, ihr Ver­bot des An­baus von GVO um wei­te­re fünf Jah­re zu ver­län­gern. Le­sen Sie da­zu die­sen Ar­ti­kel auf un­se­rer Web­sei­te.

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