

Image: Adobe Stock
Eine neue groß angelegte Studie hat eine gefährliche Nebenwirkung der intensiven Verwendung von Sonnenschutzmitteln aufgedeckt: Vitamin-D-Mangel. Forscher in Australien fanden heraus, dass fast die Hälfte der Probanden, die täglich Sonnenschutzmittel mit Lichtschutzfaktor 50+ auftrugen, binnen eines Jahres einen Mangel an diesem wichtigen Mikronährstoff entwickelten. Vitamin D ist für starke Knochen, ein widerstandsfähiges Immunsystem und den Schutz vor zahlreichen chronischen Krankheiten unerlässlich. Und dennoch propagieren Gesundheitsbehörden weiterhin die tägliche Verwendung von Sonnenschutzmitteln, als ob diese risikofrei wären. Hinter dieser ›wohlwollenden‹ Empfehlung kommt eine beunruhigende Wahrheit zum Vorschein: Der konsequente Gebrauch der Sonnenschutzmittel gereicht nicht etwa der Öffentlichkeit zum Vorteil, sondern Hauptnutznießer der uns ständig umgebenden Werbung dafür sind zum einen die milliardenschweren Hersteller dieser sogenannten ›Körperpflege‹-Produkte, zum anderen die Pharmaindustrie, die von der Behandlung der durch chronischen Vitamin-D-Mangel verursachten Krankheiten profitiert.
Die im British Journal of Dermatology veröffentlichte Studie begleitete 639 Erwachsene aus ganz Australien, die zu Beginn keine regelmäßigen Nutzer von Sonnenschutzmitteln waren. Die Hälfte wurde angewiesen, täglich Sonnenschutzmittel mit Lichtschutzfaktor 50+ aufzutragen, wenn der UV-Index mindestens 3 betrug, während die andere Hälfte Sonnenschutzmittel nur nach eigenem Ermessen verwenden sollte. Nach einem Jahr waren die Ergebnisse eindeutig. Unter denjenigen, die täglich Sonnenschutzmittel auftrugen, wiesen 46 Prozent einen Vitamin-D-Mangel auf. In der Gruppe, die Sonnenschutzmittel nach eigenem Ermessen verwendete, lag dieser Wert bei nur 37 Prozent.
Die Studie erfasste die Vitamin-D-Spiegel im Blut der Probanden und stellte fest, dass dieser bei denjenigen, die Tag für Tag Sonnencreme auftragen, deutlich niedriger ist. Die Ergebnisse stimmen mit dem überein, was wir aus der Biologie wissen: Wenn Sonnencreme verhindert, dass ultraviolettes Licht auf die Haut trifft, sinkt die natürliche Vitamin-D-Produktion des Körpers stark ab.
Der Verkauf von Sonnenschutzmitteln dient in erster Linie den Interessen zweier mächtiger Branchen. Erstens profitieren die Hersteller von Körperpflegeprodukten von der Dauerbotschaft, dass Menschen ihre Produkte jeden Tag verwenden sollten, auch wenn die Sonne nicht besonders stark scheint. Der Sonnenschutzmarkt hat weltweit einen Wert von mehreren Milliarden Dollar, und der Verkauf basiert auf Angstmacherei in Bezug auf Hautkrebs.
Zweitens profitiert die Pharmaindustrie enorm von den Gesundheitsproblemen, die mit einem Vitamin-D-Mangel einhergehen. Ein niedriger Vitamin-D-Spiegel wird mit einer langen Liste chronischer Erkrankungen in Verbindung gebracht, darunter Knochenerkrankungen, Krebs, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes, neuropsychiatrische Störungen und Autoimmunerkrankungen. Jeder Fall von chronischem Mangel aufgrund der Verwendung von Sonnenschutzmitteln verschafft langfristige ›Kunden‹ für Arzneimittel.
Menschen wie Tiere sind zum Erhalt ihrer Gesundheit auf Sonnenlicht angewiesen – nicht erst seit gestern, sondern seit Millionen von Jahren. Das durch Sonneneinstrahlung in der Haut produzierte Vitamin D ist nicht nur ein beliebiger Mikronährstoff – es wirkt wie ein Hormon, beeinflusst Hunderte von Genen und reguliert so unterschiedliche Prozesse wie die Calciumaufnahme, die Immunabwehr und das Zellwachstum. Nahrungsergänzungsmittel können zwar einen Mangel beheben, aber sie können nicht alle vielfältigen biologischen Vorteile der natürlichen Sonneneinstrahlung nachahmen, wie z. B. eine verbesserte Stimmung und die Anpassung des Tagesrhythmus. Frühere Forschungen haben eindeutige Hinweise ergeben auf einen Zusammenhang zwischen Sonneneinstrahlung und der Gesamtsterblichkeit, nämlich eine klare umgekehrte Beziehung.
Indem sie sich ausschließlich auf die Risiken der Sonneneinstrahlung konzentrieren, haben die Gesundheitsbehörden die vielen Vorteile einer moderaten, vernünftigen Aufenthaltszeit in der Sonne ignoriert. Das Ergebnis ist eine verzerrte öffentliche Botschaft: Vermeiden Sie die Sonne um jeden Preis, bedecken Sie sich und tragen Sie täglich Sonnenschutz auf. Die neue Studie sollte ein Umdenken hinsichtlich dieser abwegigen Empfehlung bewirken.
Erschwerend kommt hinzu, dass viele Sonnenschutzmittel nicht einmal den versprochenen Schutz bieten. Eine aktuelle Untersuchung der australischen Verbraucherorganisation CHOICE hat 20 beliebte Sonnenschutzmarken getestet. Ganze 16 davon erfüllten nicht den angegebenen Lichtschutzfaktor. Mehrere Produkte wurden daraufhin aus den Regalen genommen, und die Aufsichtsbehörden leiteten eine Untersuchung ein.
Dieser Skandal bringt eine weitere unangenehme Wahrheit ans Licht: Die Industrie der Sonnenschutzmittel erzielt hohe Gewinne mit Produkten, die möglicherweise gar nicht das leisten, was sie vorgeben. Unterdessen wird die Öffentlichkeit dazu angehalten, beflissen diese Chemikalien auf die Haut aufzutragen, ohne dass ausreichende Langzeitdaten zur Sicherheit vorliegen, wie sich die Inhaltsstoffe auf die Gesundheit auswirken können, wenn sie vom Körper aufgenommen werden. Ist es nicht etwa bezeichnend und besorgniserregend, dass Forschungsergebnisse aus dem Jahr 2019 darauf hindeuten, dass Sonnenschutzmittel schlecht für das Herz sein könnten?
Natürlich sollte niemand die Risiken einer übermäßigen Sonneneinstrahlung ignorieren. Sonnenbrand schädigt die Haut und erhöht das Hautkrebsrisiko. Die Lösung besteht jedoch nicht darin, die Sonne komplett zu meiden oder sich blind auf chemische Sonnenschutzmittel zu verlassen. Erforderlich ist ein ausgewogenerer, gesundheitsorientierter Ansatz. Dazu gehört, die Toleranz gegenüber Sonnenlicht schrittweise aufzubauen, übermäßige Sonneneinstrahlung zur Mittagszeit zu vermeiden, bei Bedarf schützende Kleidung zu tragen und gegebenenfalls Schatten aufzusuchen.
Gleichzeitig sollten Gesundheitsempfehlungen den Schwerpunkt auf die Ernährung legen. Vitamine, Spurenelemente und natürliche Antioxidantien bieten einen starken Schutz vor oxidativem Stress, DNA-Schäden und abnormalem Zellwachstum. Studien haben gezeigt, dass Vitamin C, Vitamin E, Carotinoide, Selen, Polyphenole und andere Mikronährstoffe dazu beitragen können, die Haut von innen heraus vor UV-Schäden zu schützen. Dieser natürliche Ansatz zur Vorbeugung bringt den Herstellern von Sonnenschutzmitteln und der Pharmaindustrie offenkundig keine Gewinne, schützt aber die öffentliche Gesundheit.
Diese australische Studie sollte als Weckruf verstanden werden. Zu lange wurden die Gefahren eines Vitamin-D-Mangels beiseite geschoben, während die Verwendung chemischer Sonnenschutzmittel als universelle Lösung propagiert wurde. Nun bestätigen eindeutige Beweise, dass die tägliche Verwendung dieser Produkte echte Risiken mit sich bringt. Anstatt jedoch einen Kurswechsel vorzunehmen, werden die Gesundheitsbehörden wahrscheinlich auf derselben Strategie beharren – nämlich weiterhin Sonnenschutzmittel zu empfehlen.
Ein solches Vorgehen mag zwar den Interessen der Industrie dienen, allerdings zum Nachteil der Öffentlichkeit. Der menschliche Körper ist darauf ausgelegt, im Einklang mit der Sonne zu leben. Anstatt das Sonnenlicht zu fürchten, sollten wir respektvoll damit umgehen, es mit Bedacht für uns nutzen und ganz grundsätzlich dafür sorgen, dass Gesundheitsempfehlungen von echter Sorge um die Menschen geleitet sind – und nicht von Unternehmensgewinnen.
Letztendlich ist die eigentliche Gefahr nicht die dazu erklärte Sonne. Gefährlich ist die Manipulation, die die Welt dazu verleitete, eine der größten Gesundheitsressourcen der Natur einzutauschen gegen die Abhängigkeit von der Pharma- und Körperpflegeindustrie.