

Jeder Atemzug, den Menschen in ihren Wohnungen oder Autos nehmen, enthält wahrscheinlich erhebliche Mengen an Mikroplastik – klein genug, um tief in die Lunge einzudringen. Dies geht aus einer neuen, von Fachkollegen begutachteten Studie hervor, die das Augenmerk auf einen bislang wenig beachteten Weg der Exposition und Gesundheitsgefährdung legt.
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Diese in der Fachzeitschrift PLOS One veröffentlichte Studie ergab, dass Partikel mit einer Größe zwischen 1 und 10 Mikrometern – etwa ein Siebtel der Dicke eines menschlichen Haares – tief in der Lunge haften bleiben, in den Blutkreislauf gelangen und sich im gesamten Körper ausbreiten können. Diese Ergebnisse erhärten die Erkenntnis, dass das Einatmen ein wichtiger und bislang unterschätzter Weg der gesundheitlichen Belastung durch Mikroplastik ist. Zugleich verstärken die Resultate die Bedenken im Hinblick auf den Zusammenhang mit chronischen Entzündungen, Lungenkrebs und anderen Gesundheitsproblemen.
Die Forscher haben die Luft in Häusern, Wohnungen und Innenräumen von Autos gemessen und dabei festgestellt, dass die dortigen Konzentrationen viel höher sind als im Freien. Da Menschen etwa 90 Prozent ihrer Zeit drinnen verbringen, entsteht daraus ein echtes Gesundheitsrisiko. Alltägliche Plastikprodukte wie Kleidung, Teppiche und Küchenutensilien geben Partikel ab, die schon bei der kleinsten Bewegung leicht wieder in die Luft aufwirbeln. In Autos wurden viermal höhere Konzentrationen als in Wohnungen gemessen, wobei Plastik aus Armaturenbrettern, Griffen und Polstern als Hauptquellen identifiziert wurden.
Experten räumen ein, dass es unmöglich ist, die Inhalation von Mikroplastik aus der Umgebungsluft vollständig zu vermeiden. Dennoch könne das Ausmaß der Exposition begrenzt werden, etwa durch den Einsatz von HEPA-Luftfiltern (High-Efficiency Particulate Air), regelmäßiges Staubsaugen und Staubwischen sowie die Wahl von Produkten aus Holz, Metall oder Naturfasern anstelle von Kunststoff. Schwieriger zu handhaben sei nach wie vor der Eintrag durch Autos, da ihr begrenzter Raum und ihre kunststoffreichen Innenräume höhere Partikelkonzentrationen verursachen. Das Öffnen der Autofenster kann zwar die Belüftung verbessern, aber auch den Mikroplastikabrieb von Reifen hereinlassen.
Um zu erfahren, warum Mikroplastik in unseren Lebensmitteln ein wachsendes Gesundheitsproblem darstellt, lesen Sie diesen Artikel auf unserer Webseite.