Bio-​Le­bens­mit­tel könn­ten enor­me ge­sund­heit­li­che und wirt­schaft­li­che Vor­tei­le brin­gen, sagt Wohl­tä­tig­keits­or­ga­ni­sa­tion
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Hohe Po­ly­phe­nol­auf­nah­me steht in Zu­sam­men­hang mit bes­se­rer Herz­ge­sund­heit
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Die Ab­nehm­in­dus­trie: Fol­ge der Spur des Gel­des

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Image: Envato

Stei­gen­de Adi­po­si­tas­ra­ten, der Ein­fluss der Me­dien, ein wach­sen­des Ge­sund­heits­be­wusst­sein und sich ver­än­dern­de Le­bens­ge­wohn­hei­ten tra­gen al­le zum Wachs­tum der Ge­wichts­re­duk­tions­bran­che bei. Es han­delt sich um ein mil­li­ar­den­schwe­res glo­ba­les Ge­schäft, das Diät­nah­rungs­mit­tel, Me­di­ka­men­te, Bü­cher, Ope­ra­tio­nen zur Ge­wichts­re­duk­tion und Diät­ma­nage­ment­pro­gram­me um­fasst, die Men­schen beim Ab­neh­men hel­fen sol­len. Al­lein in den USA wur­de sein Wert im Jahr 2023 auf et­wa 80,9 Mil­li­ar­den US-​Dol­lar ge­schätzt, wäh­rend es in der EU auf 88,7 Mil­li­ar­den US-​Dol­lar an­ge­ge­ben wird, mit ei­nem prog­nos­ti­zier­ten Wachs­tum auf 176,2 Mil­li­ar­den US-​Dol­lar bis 2032.

Mit mo­bi­len Apps ver­än­dern di­gi­ta­le Un­ter­neh­men den An­satz der Di­rekt­ver­mark­tung an den Kun­den. Sol­che An­wen­dun­gen neh­men Ein­fluss auf un­ser Ver­hal­ten durch das Pro­dukt­de­sign, die Art des Mar­ke­ting und Stra­te­gien zur per­sön­li­chen Op­ti­mie­rung. Die Ren­ta­bi­li­tät der Ge­wichts­ab­nah­me­branche kommt in den Ver­gü­tun­gen zum Aus­druck, die pro­mi­nen­te Wer­be­trä­ger gro­ßer Ge­wichts­ab­nah­me­pro­gram­me be­zie­hen. Zwi­schen 500 000 und 3 Mil­li­o­nen US-​Dol­lar lie­gend, sind es durch­aus kei­ne schlan­ken Be­trä­ge. Al­lein im Jahr 2023 ga­ben kom­mer­ziel­le Diät­un­ter­neh­men und Her­stel­ler von Me­di­ka­men­ten ge­gen Fett­lei­big­keit 882 Mil­li­o­nen US-​Dol­lar für Wer­bung aus.

Ein ge­sun­des Ge­wicht zu hal­ten ist so­wohl für un­se­re kör­per­li­che Ge­sund­heit als auch für un­se­re so­zia­le Ak­zep­tanz wich­tig. Gleich­zei­tig müs­sen wir uns be­wusst sein, dass un­ser Kör­per­ge­wicht das Schlacht­feld zwei­er mäch­ti­ger In­dus­trien ist, die von un­se­ren An­stren­gun­gen pro­fi­tie­ren: der Nah­rungs­mit­tel­in­dus­trie und der Ab­nehm­in­dus­trie. Wäh­rend die Nah­rungs­mit­tel­her­stel­ler ak­tiv die Ge­wichts­zu­nah­me för­dert, lebt die Ab­nehm­in­dus­trie von Miss­er­fol­gen und kurz­fris­ti­gen Er­geb­nis­sen. Das Sys­tem ist in vie­ler­lei Hin­sicht da­rauf aus­ge­legt, die Men­schen in ei­ner Sack­gas­se zu hal­ten.

Er­näh­rungs- und Ge­wichts­pro­b­le­me

Es ist all­ge­mein be­kannt, dass die Nah­rungs­mit­tel­kon­zer­ne durch die Her­stel­lung von stark ver­ar­bei­te­ten Le­bens­mit­teln mit ho­hem Ge­halt an zu­ge­setz­ten Zuckern, un­ge­sun­den Fet­ten und künst­li­chen In­halts­stof­fen er­heb­lich zur Ge­wichts­zu­nah­me bei­trägt. Sol­che Nah­rungs­mit­tel lö­sen im Ge­hirn ein in­ten­si­ves Be­loh­nungs­er­leb­nis aus, das es schwie­rig macht, mit dem Es­sen auf­zu­hö­ren – selbst wenn wir kei­nen Hun­ger ha­ben.

Die­se hoch­pro­fi­tab­len Pro­duk­te ent­hal­ten oft Zu­satz­stof­fe, die un­se­re na­tür­li­che Ge­schmacks­wahr­neh­mung be­ein­träch­ti­gen. Mar­ke­ting­stra­te­gien wie über­gro­ße Por­tio­nen, Me­nü­an­ge­bo­te und stra­te­gi­sche Pro­dukt­plat­zie­rung för­dern den über­mä­ßi­gen Kon­sum ka­lo­rien­rei­cher, nähr­stoff­ar­mer Nah­rungs­mit­tel, was zu ei­ner er­höh­ten Ka­lo­rien­auf­nah­me und ei­ner da­raus re­sul­tie­ren­den Ge­wichts­zu­nah­me führt.

Ei­ne schnel­le Ge­wichts­zu­nah­me kann auch bei re­la­tiv ge­rin­ger Nah­rungs­auf­nah­me durch Fak­to­ren wie Was­ser­ein­la­ge­run­gen, hor­mo­nel­le Un­gleich­ge­wich­te (ein­schließ­lich stress­be­ding­ter Er­hö­hung des Cor­ti­sol­spie­gels), Stoff­wech­sel­ver­lang­sa­mung auf­grund ex­tre­mer Di­ä­ten, Schlaf­man­gel, Grund­er­kran­kun­gen (wie Schild­drü­sen­un­ter­funk­tion) oder be­stimm­te Me­di­ka­men­te ver­ur­sacht wer­den.

Es ist nicht all­ge­mein be­kannt, dass ei­ni­ge häu­fig ver­schrie­be­ne Me­di­ka­men­te zu un­er­wünsch­ter Ge­wichts­zu­nah­me füh­ren kön­nen. Da­zu ge­hö­ren Kor­ti­ko­ste­ro­i­de, An­ti­de­pres­si­va, Dia­be­tes­me­di­ka­men­te (ein­schließ­lich In­su­lin und Sul­fo­nyl­harn­stof­fe), ei­ni­ge Me­di­ka­men­te ge­gen Sod­bren­nen, Hor­mon­the­ra­pien und Ver­hü­tungs­mit­tel so­wie be­stimm­te Me­di­ka­men­te ge­gen Krampf­an­fäl­le.

Pa­ra­do­xer­wei­se zei­gen Stu­dien, dass vie­le Men­schen mit Adi­po­si­tas un­ter er­heb­li­chen Nähr­stoff­män­geln lei­den kön­nen – bei­spiels­wei­se an Vi­ta­min A, D, E, C, B-​Kom­plex und Mi­ne­ral­stof­fen bzw. Spu­ren­ele­men­ten wie Ei­sen, Cal­cium, Mag­ne­sium, Se­len und Kup­fer. Die­se Man­gel­er­schei­nun­gen kön­nen den Stoff­wech­sel wei­ter be­ein­träch­ti­gen und die mit Adi­po­si­tas ver­bun­de­nen Ge­sund­heits­pro­ble­me ver­schlim­mern.

Auch wirt­schaft­li­che Un­gleich­hei­ten spie­len ei­ne wich­ti­ge Rol­le. Der Zu­gang zu ge­sun­den, nahr­haf­ten Le­bens­mit­teln oder Fit­ness­ein­rich­tun­gen er­for­dert oft ei­nen er­heb­li­chen Zeit- und Geld­auf­wand, und sol­che Res­sour­cen sind in vie­len ein­kom­mens­schwa­chen Ge­gen­den nicht oh­ne Wei­te­res ver­füg­bar. In die­sen Ge­bie­ten man­gelt es häu­fig an er­schwing­li­chen, fri­schen und nahr­haf­ten Le­bens­mit­teln, was den Kreis­lauf von Ge­sund­heits­pro­b­le­men und Ge­wichts­pro­b­le­men wei­ter ver­stärkt.

Die Ab­nehm­in­dus­trie grün­det auf Pro­fit­in­te­res­se

Idealer­wei­se soll­te die Ge­wichts­re­duk­tions­branche Men­schen da­bei hel­fen, ihr Ge­wicht zu op­ti­mie­ren und da­durch Ri­si­ko­fak­to­ren für Krank­hei­ten wie Dia­be­tes, Herz­er­kran­kun­gen und be­stimm­te Krebs­ar­ten zu re­du­zie­ren. Sie soll­te das kör­per­li­che und geis­ti­ge Wohl­be­fin­den durch aus­ge­wo­ge­ne Er­näh­rung, re­gel­mä­ßi­ge Be­we­gung, nach­hal­ti­ge Ge­wohn­hei­ten und die Auf­klä­rung der Ver­brau­cher über ei­nen ge­sun­den Le­bens­stil und lang­fris­ti­ge Ver­hal­tens­än­de­run­gen för­dern.

In der Pra­xis je­doch stellt die In­dus­trie oft den Um­satz über ech­te ge­sund­heit­li­che Vor­tei­le.

Be­vor Sie sich für ein Ab­nehm­pro­gramm an­mel­den, soll­ten Sie die Kli­nik oder den Dienst­leis­ter sorg­fäl­tig prü­fen – ins­be­son­de­re sol­che, die on­line tä­tig sind. Für ei­ni­ge Pro­gram­me ist kein me­di­zi­ni­scher Ab­schluss er­for­der­lich, son­dern le­dig­lich En­gage­ment und Un­ter­neh­mer­geist. Su­chen Sie nach An­bie­tern mit ein­schlä­gi­gen Zer­ti­fi­zie­run­gen, die für mehr Glaub­wür­dig­keit und Fach­kom­pe­tenz sor­gen.

Seien Sie sich be­wusst, dass das Ge­schäft mit der Ge­wichts­re­duk­tion von Abon­ne­ments, Coa­chings und Er­näh­rungs­plä­nen pro­fi­tiert, die schnel­le (aber nur vor­über­ge­hen­de) Er­geb­nis­se ver­spre­chen. Die Branche lebt von Stamm­kun­den, was be­deu­tet, dass ein ech­ter lang­fris­ti­ger Er­folg (nach­hal­ti­ge Ge­wichts­ab­nah­me) ih­ren Ge­win­nen so­gar scha­den könn­te. Vie­le Men­schen nut­zen ver­schie­de­ne Pro­gram­me zur Ge­wichts­ab­nah­me und ge­ra­ten da­bei im­mer wie­der in ei­nen Jo­jo-​Ef­fekt, der die Ver­brau­cher da­zu bringt, im­mer wie­der zu­rück­zu­kom­men.

In vie­len Fäl­len nut­zen ver­mark­te­te Er­näh­rungs­pro­gram­me und an­de­re Pro­duk­te un­se­re Emo­tio­nen und per­sön­li­chen Un­si­cher­hei­ten aus, in­dem sie un­re­a­lis­ti­sche Schön­heits­stan­dards oder Kör­per­ide­a­le pro­pa­gie­ren, an­statt sich auf ge­sund­heit­li­che Er­geb­nis­se zu kon­zen­trie­ren. Dies kann zu Ess­stö­run­gen, ge­rin­gem Selbst­wert­ge­fühl und psy­chi­schen Pro­b­le­men bei­tra­gen.

Blei­ben Sie auf dem Lau­fen­den

Un­se­re sit­zen­den Tä­tig­kei­ten, über­mä­ßi­ge Bild­schirm­zeit und ein auf Be­quem­lich­keit aus­ge­rich­te­ter Le­bens­stil re­du­zie­ren den täg­li­chen Ener­gie­ver­brauch. Da­her ist es wich­tig, kör­per­li­che Ak­ti­vi­tät in Ih­ren Ta­ges­ab­lauf zu in­te­grie­ren. Sei­en Sie sich auch des­sen be­wusst, dass un­ser Kör­per von Na­tur aus ge­gen Ge­wichts­ver­lust an­kämpft und – ins­be­son­de­re nach Pha­sen der Ka­lo­rien­re­strik­tion – der Stoff­wech­sel oft lang­sa­mer wird, wo­durch ei­ne er­neu­te Ge­wichts­zu­nah­me wahr­schein­li­cher wird. Da­rü­ber hin­aus be­ein­flus­sen ge­ne­ti­sche Fak­to­ren und al­ters­be­ding­te Stoff­wech­sel­ver­än­de­run­gen den Ap­pe­tit, die Fett­spei­che­rung und un­se­re Re­ak­tion auf Di­ä­ten und Be­we­gung.

Für ei­ne nach­hal­ti­ge Ge­wichts­re­gu­lie­rung soll­te der Schwer­punkt da­rauf lie­gen, Ge­wichts­zu­nah­me von vorn­her­ein zu ver­hin­dern. Lei­der wird die­ser As­pekt in Schu­len und in der öf­fent­li­chen Po­li­tik oft über­se­hen. Hier soll­te der Schwer­punkt stär­ker auf Auf­klä­rung über Er­näh­rung, kör­per­li­che Ak­ti­vi­tät und ge­sun­de Le­bens­ge­wohn­hei­ten ge­legt wer­den.

Schluss­fol­ge­rung

Wenn Sie ver­ste­hen, dass In­dus­trien, die von un­se­rem Kör­per und un­se­ren Un­si­cher­hei­ten pro­fi­tie­ren, ge­winn­orien­tiert ar­bei­ten, kön­nen Sie fun­dier­te­re und selbst­be­stimm­te­re Ent­schei­dun­gen über Ih­re Ge­sund­heit tref­fen.

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Dr. Aleksandra Niedzwiecki

Dr. Aleksandra Niedzwiecki

Dr. Aleksandra Niedzwiecki received her Ph.D. in biochemistry from the University of Warsaw in Poland. During her scientific career she has worked directly with two Nobel Laureates, G. Edelman and Linus Pauling. Dr. Rath’s scientific ideas were instrumental in shifting her research focus to the field of nutrients and cardiovascular disease.

Dr. Niedzwiecki has worked with Dr. Rath for over twenty years in the area of research and development and has over 60 original research contributions published in prestigious professional journals.

She is a Fellow of the American College of Nutrition and a member of the American Heart Association, the American Medical Women’s Association, the Council on Arteriosclerosis and the American Academy for the Advancement of Science.
Dr. Aleksandra Niedzwiecki
Dr. Aleksandra Niedzwiecki
Dr. Aleksandra Niedzwiecki received her Ph.D. in biochemistry from the University of Warsaw in Poland. During her scientific career she has worked directly with two Nobel Laureates, G. Edelman and Linus Pauling. Dr. Rath’s scientific ideas were instrumental in shifting her research focus to the field of nutrients and cardiovascular disease.

Dr. Niedzwiecki has worked with Dr. Rath for over twenty years in the area of research and development and has over 60 original research contributions published in prestigious professional journals.

She is a Fellow of the American College of Nutrition and a member of the American Heart Association, the American Medical Women’s Association, the Council on Arteriosclerosis and the American Academy for the Advancement of Science.