

Eine neue Studie untersucht, wie sich einschränkende Maßnahmen im Zuge von COVID-19 ausgewirkt haben auf die Bewegungsfähigkeiten von Kindern und Jugendlichen. Erfasst und analysiert wurden hierzu die motorischen Fähigkeiten vor und nach Lockdowns, Schulschließungen und anderweitig eingeschränktem Zugang zu körperlicher Aktivität. Die Analyse zeigt einen konsistenten Rückgang der motorischen Fähigkeiten nach den Pandemie-bezogenen Beschränkungen.
[Quelle: medicalxpress.com]

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Diese im Journal of Sports Sciences veröffentlichte Studie untersuchte Veränderungen in körperlichen Fähigkeiten wie Gleichgewicht, Laufen, Springen, Hüpfen und Seilspringen vor und nach den COVID-19-Lockdowns, Schulschließungen und sonstigen Zugangsbeschränkungen zu körperlicher Aktivität. Für ihre vergleichende Arbeit werteten die Forscher von der University of Strathclyde in Schottland Daten aus von mehr als 278 000 Kindern und Jugendlichen im Alter von 3 bis 19 Jahren aus Europa, Asien und Südamerika.
Insgesamt berichteten 10 der 11 untersuchten Studien über einen Rückgang der motorischen Fähigkeiten nach der Pandemie, wobei eine Studie einen 50-prozentigen Anstieg der Prävalenz motorischer Probleme nachwies. Kinder im Alter von 3 bis 12 Jahren zeigten eine leichte bis mäßige Abnahme ihrer allgemeinen Bewegungsfähigkeit, darunter Fähigkeiten zur Objektkontrolle wie Werfen und Fangen. Die größten Verluste wurden bei der allgemeinen motorischen Kompetenz und bei Kindern aus sozioökonomisch schwächeren Verhältnissen verzeichnet. Bemerkenswert ist, dass die Niederlande – wo die COVID-19-Beschränkungen relativ begrenzt waren – das einzige Land waren, in dem nach der Pandemie keine Rückgänge der Fertigkeiten zu beobachten waren.
Die motorischen Fähigkeiten stehen in engem Zusammenhang mit der Entwicklung des Gehirns, der körperlichen Fitness, einem gesunden Körpergewicht sowie der lebenslangen körperlichen Betätigung und Teilnahme an Sport. Der Hauptautor Professor John Reilly erklärte, dass der nach COVID-19 beobachtete Rückgang weitaus größer sei als der bereits vor der Pandemie zu verzeichnende allmähliche Rückgang und wahrscheinlich auf längere Bildschirmzeit, verminderte körperliche Aktivität und Zunahme von Fettleibigkeit während der Lockdowns zurückzuführen sei.
Hatte diese Politik überhaupt einen Nutzen? Forschungen der Johns Hopkins University in den Vereinigten Staaten haben ergeben, dass die im Zuge der Pandemie weltweit ausgerollten Lockdowns nur 0,2 Prozent der COVID-19-Todesfälle verhindert haben und somit »kein wirksames Mittel zur Senkung der Sterblichkeitsrate während einer Pandemie« waren. Lesen Sie diese Meldung auf unserer Webseite, um mehr darüber zu erfahren.