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Lon­do­ner PR-​Agen­tur schreibt Wi­ki­pe­dia für Re­gie­run­gen und Mil­li­ar­dä­re um

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Meldung

Nun kön­nen wir ent­hül­len, dass Wi­ki­pe­dia Ge­gen­stand du­bio­ser, be­zahl­ter Be­ar­bei­tun­gen war, die von Part­nern ei­ner eli­tä­ren Lon­do­ner PR-​Fir­ma mit Ver­bin­dun­gen zu Dow­ning Street in Auf­trag ge­ge­ben wur­den. Und die Kun­den, die von die­ser »⁠Wiki-​Wä­sche⁠« pro­fi­tiert ha­ben, ge­hö­ren zu den reichs­ten und mäch­tigs­ten Men­schen der Welt.
[Quelle: thebureauinvestigates.com]

[Bildquelle: Unsplash]

Kommentar

Ei­ne groß an­ge­leg­te Un­ter­su­chung hat er­ge­ben, dass Port­land Com­mu­ni­ca­tions, ei­ne in Lon­don an­säs­si­ge PR-​Fir­ma, die vom der­zei­ti­gen Kom­mu­ni­ka­tions­di­rek­tor des bri­ti­schen Pre­mier­mi­nis­ters Keir Star­mer ge­grün­det wur­de, an­geb­lich seit Jah­ren heim­lich Wi­ki­pe­dia-​Sei­ten im Auf­trag wohl­ha­ben­der und mäch­ti­ger Kun­den be­ar­bei­tet. Ehe­ma­li­ge Mit­ar­bei­ter sa­gen, dass die Fir­ma be­zahl­te »⁠Wi­ki­laun­de­ring⁠«⁠-​Maß­nah­men ein­setz­te, um ne­ga­ti­ve In­for­ma­tio­nen zu ent­fer­nen oder her­un­ter­zu­spie­len und po­si­ti­ve­re Dar­stel­lun­gen zu för­dern, was ge­gen die ver­meint­li­chen Re­geln und Ethik­ko­di­zes von Wi­ki­pe­dia ver­stößt.

Nach­dem Port­land An­fang der 2010er Jah­re da­bei er­wischt wur­de, Sei­ten di­rekt zu be­ar­bei­ten, soll es die­se Ar­beit an ex­ter­ne Spe­zia­lis­ten aus­ge­la­gert ha­ben, um nicht ent­deckt zu wer­den. Ei­ne zen­tra­le Rol­le bei die­ser Ope­ra­tion spiel­te Ra­dek Kot­la­rek, ein Be­ra­ter für Such­ma­schi­nen­op­ti­mie­rung, des­sen Un­ter­neh­men an­geb­lich Dut­zen­de von Fake-​Accounts be­trieb, um ko­or­di­nier­te Be­ar­bei­tun­gen le­gi­tim er­schei­nen zu las­sen. Jour­na­lis­ten konn­ten ein Netz­werk von 26 sol­chen Kon­ten zu sei­ner Fir­ma zu­rück­ver­fol­gen, die da­rauf­hin von Wi­ki­pe­dia ge­sperrt wur­den. Die­se Kon­ten än­der­ten un­auf­fäl­lig Ar­tikel, in­dem sie Ver­wei­se auf Skan­da­le, Rechts­fäl­le oder kri­ti­sche Stu­dien ent­fern­ten und durch güns­ti­ge­re In­hal­te er­setz­ten.

Zu den be­deu­tends­ten mut­maß­li­chen Ak­ti­vi­tä­ten ge­hör­ten Kun­den wie die Re­gie­rung von Ka­tar, das von Bill Gates fi­nan­zier­te Pro­jekt ›⁠Al­li­ance for a Green Re­vo­lu­tion in Afri­ca⁠‹ (AGRA) und po­li­ti­sche Ak­teu­re in Li­by­en. Be­rich­ten zu­fol­ge wur­den Be­rich­te über To­des­fäl­le von Wan­der­ar­bei­tern, Kla­gen we­gen Ter­ro­ris­mus­fi­nan­zie­rung und ge­schei­ter­te Ent­wick­lungs­pro­jek­te ver­schwie­gen. Ob­wohl Wi­ki­pe­dia-​Frei­wil­li­ge vie­le die­ser Netz­wer­ke letzt­lich auf­ge­deckt ha­ben sol­len, be­steht die­se Pra­xis laut Er­mitt­lern wei­ter­hin und nimmt mög­li­cher­wei­se so­gar zu. Ex­per­ten hal­ten die Ma­ni­pu­la­tion von Wi­ki­pe­dia für be­son­ders ge­fähr­lich, da des­sen In­hal­te das öf­fent­li­che Ver­ständ­nis welt­weit prä­gen und nun di­rekt in KI-​ge­ne­rier­te In­for­ma­tio­nen ein­flie­ßen, wo­durch es schwie­ri­ger wird, ein­mal ver­zerr­te In­for­ma­tio­nen zu kor­ri­gie­ren.

Er­fah­ren Sie in die­sem Ar­ti­kel auf un­se­rer Web­sei­te, dass der Wi­ki­pe­dia-​Mit­be­grün­der Lar­ry San­ger ein­ge­stan­den hat, er ver­traue der Platt­form nicht mehr.

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