

Neue Forschungsergebnisse, die auf einer doppelblinden, placebokontrollierten klinischen Studie basieren, zeigen, dass Mikronährstoffe breiten Spektrums (Vitamine und Mineralstoffe) schwere Reizbarkeit bei Teenagern deutlich reduzieren können.
[Quelle: medicalxpress.com]

[Bildquelle: Pexels.com]
Diese Erkenntnis stammt aus der Studie Balancing Emotions of Adolescents with Micronutrients (BEAM), einer doppelblinden, placebokontrollierten Untersuchung mit 132 nicht medikamentös behandelten Jugendlichen im Alter von 12 bis 17 Jahren, die unter mäßiger bis schwerer Reizbarkeit litten. Die Teilnehmer nahmen acht Wochen lang entweder Mikronährstoffe oder ein aktives Placebo ein und wurden dabei monatlich von einem klinischen Psychologen online begleitet. Die Mikronährstoffgruppe schnitt bei mehreren Messgrößen deutlich besser ab, darunter Reizbarkeit, emotionale Reaktivität und allgemeine Funktionsfähigkeit. Die stärksten Effekte zeigten sich bei Jugendlichen mit einer Störung der Stimmungsregulation. Bei ihnen sprachen 64 Prozent auf die Mikronährstoffe an. Verbesserungen wurden auch beim Verhalten, beim Stresslevel und bei der Lebensqualität berichtet. Selbstmordgedanken und Selbstverletzungen gingen sowohl in der Mikronährstoff- als auch in der Placebo-Gruppe zurück.
Die Studie ergab zudem, dass der sozioökonomische Hintergrund die Ergebnisse beeinflusste, wobei Jugendliche aus einkommensschwachen Haushalten stärker auf die Behandlung mit Mikronährstoffen ansprachen. Die Forscher vermuten, dass dies zurückzuführen sein könnte auf eine höhere Rate an Nährstoffdefiziten und Stress in benachteiligten Bevölkerungsgruppen. Da die Intervention mit Mikronährstoffen relativ kostengünstig ist und aus der Ferne durchgeführt werden kann, halten die Autoren diesen Ansatz für eine skalierbare Möglichkeit zur Verbesserung der psychischen Gesundheit von Jugendlichen und zum Abbau von Ungleichheiten in der Versorgung. Die Ergebnisse werfen zugleich die Frage auf, ob einige psychiatrische Symptome teilweise auf zugrunde liegende Ernährungsdefizite zurückzuführen sein könnten. Dies unterstreicht die Bedeutung der Ernährung und des Mikronährstoffstatus für die psychische Gesundheit.
Wenn Sie erfahren möchten, wie eine höhere Vitamin-D-Zufuhr im Säuglingsalter mit einem geringeren Risiko für psychische Probleme im Schulalter zusammenhängt, lesen Sie diesen Artikel auf unserer Webseite.