Schwei­zer An­ti-​GVO-​Ini­ti­a­ti­ve in Bern ein­ge­reicht
März 6, 2026
COVID-​19-​Lock­downs ver­zö­gern die Ent­wick­lung von Kin­dern um Jah­re, wie ei­ne Stu­die zeigt
März 13, 2026

Stress und Ihr Herz: Der Zu­sam­men­hang zwi­schen Geist, Kör­per und Mi­kro­nähr­stof­fen – Teil 2

Fragen? Kontaktieren Sie uns!

Image: Freepik

Die Re­ak­tio­nen des Kör­pers auf Stress kön­nen durch nicht-​phar­ma­ko­lo­gi­sche An­sät­ze wie mo­de­ra­te Be­we­gung, Yo­ga, tie­fes At­men, Me­di­ta­tion, Bio­feed­back und nicht-​in­va­si­ve Va­gus­nerv­sti­mu­la­tion mo­du­liert wer­den. Die­se An­sät­ze kön­nen die Re­ak­tio­nen und An­pas­sungs­fä­hig­keit des Ge­hirns sti­mu­lie­ren, Ent­zün­dun­gen re­du­zie­ren, die Be­las­tung durch Herz­rhyth­mus­stö­run­gen ver­rin­gern, die Le­bens­qua­li­tät ver­bes­sern und das Ri­si­ko für Herz-​Kreis­lauf-​Er­kran­kun­gen sen­ken. Die Er­näh­rung ist ein Grund­pfei­ler der Ge­sund­heit, ih­re Rol­le bei Stress wird je­doch sel­ten the­ma­ti­siert.

Es­sen unter Stress soll­te ver­mie­den wer­den, da Stress die Durch­blu­tung des Darms ein­schränkt und die Ver­dau­ung so­wie die Nähr­stoff­auf­nah­me be­ein­träch­ti­gen kann. Ein ho­her Spie­gel des Stress­hor­mons Cor­ti­sol stört die Ver­dau­ung und die Auf­nah­me ver­schie­de­ner Nähr­stof­fe. Da­her kann es bei Men­schen mit chro­ni­schem Stress zu ei­nem Man­gel an vie­len Nähr­stof­fen kom­men, was die ne­ga­ti­ven Aus­wir­kun­gen auf die Ge­sund­heit wei­ter ver­schlim­mert, da­run­ter auch ei­ne ge­rin­ge­re Wi­der­stands­fä­hig­keit ge­gen Krank­hei­ten.

Zu den Mi­kro­nähr­stof­fen, die am stärks­ten durch Stress in Mit­lei­den­schaft ge­zo­gen wer­den, ge­hö­ren:

Vitamin C: Wohl ei­nes der be­kann­tes­ten Vi­ta­mi­ne, die von Stress be­ein­flusst wer­den. Als es­sen­tiel­les An­ti­oxi­dans be­wahrt Vi­ta­min C die Zel­len vor oxi­da­ti­ven Schä­den, un­ter­stützt das Im­mun­sys­tem und ist wich­tig für den Schutz der Blut­ge­fä­ße und den des Her­zens. Die höchs­ten Kon­zen­tra­tio­nen fin­den sich in den kri­ti­schen Or­ga­nen, die an der Stress­re­ak­tion be­tei­ligt sind: dem Ge­hirn und den Ne­ben­nie­ren. Da­her steigt der Be­darf des Kör­pers an Vi­ta­min C in Stress­si­tu­a­tio­nen sprung­haft an, und chro­ni­scher Stress kann die Vi­ta­min-​C-​Spei­cher schnell er­schöp­fen, wo­durch der Kör­per an­fäl­li­ger für oxi­da­ti­ve Schä­den und Ent­zün­dun­gen wird.

Da die­ses Vi­ta­min nicht im mensch­li­chen Kör­per pro­du­ziert wird, ist ei­ne Nah­rungs­er­gän­zung un­er­läss­lich. Am bes­ten ist es, ei­nen Vi­ta­min-​C-​Kom­plex ein­zu­neh­men, der ver­schie­de­ne For­men ent­hält. Bei­spie­le hier­für sind Cal­cium- und Mag­ne­sium­as­cor­ba­te, die den Ma­gen scho­nen, so­wie die fett­lös­li­che Form As­cor­byl­pal­mi­tat, wel­che die Zell­trans­port­bar­rie­ren über­win­den und leich­ter in die Zel­len ge­lan­gen kann. Bio­fla­vo­no­i­de sind eben­falls nütz­lich, da sie zur Wie­der­ver­wer­tung von Vi­ta­min C bei­tra­gen.

Die B-​Kom­plex-​Vi­ta­mi­ne: Zu die­sen Vi­ta­mi­nen ge­hö­ren B1 (Thi­a­min), B2 (Ri­bo­fla­vin), B3 (Ni­a­cin), B5 (Pan­to­then­säu­re), B6 (Py­ri­do­xin), B7 (Bi­o­tin), B9 (Fol­säu­re) und B12 (Co­ba­l­a­min). Sie wer­den oft als ›⁠stress­ab­bau­en­de Vi­tal­stof­fe⁠‹ be­zeich­net und spie­len ei­ne ent­schei­den­de Rol­le bei der Ener­gie­pro­duk­tion, der Funk­tion des Herz-​Kreis­lauf- und Ner­ven­sys­tems so­wie der Re­gu­lie­rung der Stim­mung. Vi­ta­min B6 wird für die Pro­duk­tion von Neu­ro­trans­mit­tern wie Do­pa­min und Se­ro­to­nin be­nö­tigt, die die Stim­mung re­gu­lie­ren und Stress­le­vel sen­ken. Ein Man­gel kann zu Reiz­bar­keit, De­pres­sio­nen und über­trie­be­nen Stress­re­ak­tio­nen füh­ren. Wich­tig ist die­ser Mi­kro­nähr­stoff auch für die Er­hal­tung ge­sun­der Ar­te­rien und die Re­gu­lie­rung des Ho­mo­cys­te­in­spie­gels – ei­nem be­kann­ten Ri­si­ko­fak­tor für Herz­er­kran­kun­gen.

Vi­ta­min B5, be­kannt als das ›⁠An­ti-​Stress-​Vi­ta­min⁠‹, ist für die Funk­tion der Ne­ben­nie­ren und die Pro­duk­tion von Stress­hor­mo­nen un­er­läss­lich. Es hilft dem Kör­per, sich an Stress an­zu­pas­sen, und beugt ei­ner Ne­ben­nie­ren­schwä­che vor. Ni­a­cin ist wich­tig für die Ge­hirn­funk­tion, die Pro­duk­tion von Se­ro­to­nin, ei­nem Neu­ro­trans­mit­ter, der mit der Stim­mungs­auf­hel­lung und Angst­min­de­rung in Ver­bin­dung ge­bracht wird, und trägt zur Auf­recht­er­hal­tung ei­nes ge­sun­den Cho­le­s­te­rin­spie­gels im Blut bei. Fol­säu­re spielt ei­ne Rol­le bei der Syn­the­se von Se­ro­to­nin und Do­pa­min, die bei­de den Stress- und Angst­pe­gel be­ein­flus­sen.

Magnesium: Oft­mals in Be­zug auf Stress über­se­hen, ist dies ein wei­te­rer Vi­tal­stoff, der durch chro­ni­schen Stress er­heb­lich be­ein­träch­tigt wird. Mag­ne­sium spielt ei­ne wich­ti­ge Rol­le bei über 300 en­zy­ma­ti­schen Re­ak­tio­nen im Kör­per, da­run­ter sol­che, die an der Ener­gie­pro­duk­tion, der Mus­kel­ent­span­nung und der Re­gu­lie­rung des Ner­ven­sys­tems be­tei­ligt sind. Stress kann zu ei­ner er­höh­ten Mag­ne­sium­aus­schei­dung über den Urin füh­ren, was im Lau­fe der Zeit in ei­nen Man­gel mün­den kann.

Zink: Wich­tig für die Im­mun­funk­tion und Wund­hei­lung.

Selen: Ein star­kes An­ti­oxi­dans, das die Schild­drü­sen­funk­tion un­ter­stützt.

Vitamin E: Ein fett­lös­li­ches An­ti­oxi­dans, das die Zel­len vor oxi­da­ti­ven Schä­den schützt.

Eisen: Un­ver­zicht­bar für den Sau­er­stoff­trans­port und die Ener­gie­pro­duk­tion.

L-Lysin: Die­se es­sen­tiel­le Ami­no­säu­re, die vom mensch­li­chen Kör­per nicht selbst her­ge­stellt wird, spielt ei­ne wich­ti­ge Rol­le bei der Auf­recht­er­hal­tung ei­nes ge­sun­den Herz-​Kreis­lauf-​Sys­tems und der Sen­kung des Cor­ti­sol­spie­gels. Ly­sin kann auch die Ver­füg­bar­keit von Se­ro­to­nin ver­bes­sern und das Darm­mi­kro­biom be­ein­flus­sen, was sich wie­de­rum über die Darm-​Hirn-​Ach­se auf die Stim­mung und Angst­zu­stän­de aus­wir­ken kann.

Wie man ei­nen durch chro­ni­schen Stress ver­ur­sach­ten Vi­ta­min­man­gel er­kennt

Die häu­figs­ten Sym­pto­me ei­nes durch chro­ni­schen Stress ver­ur­sach­ten Vi­ta­min­man­gels sind an­hal­ten­de Mü­dig­keit und Ener­gie­lo­sig­keit, ein ge­schwäch­tes Im­mun­sys­tem, das zu häu­fi­gen In­fek­tio­nen führt, lang­sa­me Wund­hei­lung, Mus­kel­schwä­che oder Krämp­fe, Haar­aus­fall oder brü­chi­ge Nä­gel so­wie trocke­ne, stump­fe Haut.

Zu den lang­fris­ti­gen Ge­sund­heits­ri­si­ken, die mit stress­be­ding­tem Vi­ta­min­man­gel ver­bun­den sind, ge­hören nicht nur ein er­höh­tes Ri­si­ko für Herz­er­kran­kun­gen, son­dern auch Os­te­o­po­ro­se, be­ein­träch­tig­te kog­ni­ti­ve Funk­tio­nen und mög­li­che neu­ro­lo­gi­sche Pro­ble­me, ein ge­schwäch­tes Im­mun­sys­tem, das die An­fäl­lig­keit für ver­schie­de­ne Krank­hei­ten er­höht, so­wie hor­mo­nel­le Un­gleich­ge­wich­te, die meh­re­re Kör­per­sys­te­me be­ein­träch­ti­gen.

Wäh­len Sie Ih­re Nah­rungs­er­gän­zungs­mit­tel mit Be­dacht aus

In den meis­ten wis­sen­schaft­li­chen Un­ter­su­chun­gen wer­den Mi­kro­nähr­stof­fe in Be­zug auf Stress ein­zeln be­wer­tet. Über­se­hen wird da­bei je­doch, dass Mi­kro­nähr­stof­fe in­ner­halb der Kör­per­zel­len in­ter­a­gie­ren und syn­er­gis­tisch zu­sam­men­wir­ken. Bei der Su­che nach um­fas­sen­de­ren ge­sund­heit­li­chen Wir­kun­gen kann da­her ein gut kon­zi­pier­ter Mi­kro­nähr­stoff­kom­plex brei­te­re Vor­tei­le bie­ten. Be­darfs­wei­se kann da­rü­ber hin­aus die Er­gän­zung mit ein­zel­nen Mi­kro­nähr­stof­fen je nach per­sön­li­chen Man­gel­er­schei­nun­gen und Ge­sund­heits­zie­len er­fol­gen.

Die ent­zün­dungs­hem­men­den Ei­gen­schaf­ten von in un­se­ren (pflanz­li­chen) Le­bens­mit­teln vor­kom­men­den Phy­to­nähr­stof­fen und An­ti­oxi­dan­tien kön­nen di­rek­te Vor­tei­le bie­ten. Ei­ni­ge Kräu­ter mit nach­ge­wie­se­nen An­ti-​Stress-, An­ti­oxi­da­tions- und im­mun­mo­du­la­to­ri­schen Funk­tio­nen kön­nen ei­ne er­gän­zen­de Rol­le beim Stress­ma­nage­ment und bei der Op­ti­mie­rung der Im­mun­funk­tion spie­len. Ei­ne Stu­die mit 59 jun­gen, ge­sun­den Teil­neh­mern er­gab, dass die Ein­nah­me von Ca­ro­ti­no­i­den im Ver­gleich zu Pla­ce­bo psy­chi­schen Stress re­du­zier­te und die emo­tio­na­le und kör­per­li­che Ge­sund­heit ver­bes­ser­te. In ähn­li­cher Wei­se er­gab ei­ne kürz­lich durch­ge­führ­te Me­ta­ana­ly­se, dass die Ein­nah­me von An­ti­oxi­dan­tien (z. B. Se­len und Co­en­zym Q10) im Ver­gleich zur Kon­troll­grup­pe zu ei­ner sig­ni­fi­kan­ten Ver­bes­se­rung von De­pres­sions- und Angst­sym­pto­men führ­te.

Schluss­fol­ge­rung

Zu ver­ste­hen, wie Stress den Kör­per be­ein­flusst, ist ein wich­ti­ger ers­ter Schritt, um ihn zu be­wäl­ti­gen. Iden­ti­fi­zie­ren Sie Stress­quel­len in Ih­rem Le­ben und su­chen Sie nach Mög­lich­kei­ten, die­se zu re­du­zie­ren und zu be­wäl­ti­gen, bei­spiels­wei­se in­dem Sie Ih­ren Kör­per mit wich­ti­gen Mi­kro­nähr­stof­fen un­ter­stüt­zen. In­di­vi­du­el­le Plä­ne zur Stress­re­duk­tion, die auf per­sön­li­chen Ei­gen­schaf­ten ba­sie­ren, kön­nen eben­falls hilf­reich sein.

Wei­ter ge­fasst soll­ten Ini­ti­a­ti­ven im Be­reich der öf­fent­li­chen Ge­sund­heit psy­cho­lo­gi­sche, so­zia­le und er­näh­rungs­be­zo­ge­ne Fak­to­ren be­rück­sich­ti­gen, um die ne­ga­ti­ven Aus­wir­kun­gen von Lang­zeit­stress zu mil­dern und die Kör­per­funk­tio­nen zu op­ti­mie­ren.

Share this post:
Dr. Aleksandra Niedzwiecki
Dr. Aleksandra Niedzwiecki
Dr. Aleksandra Niedzwiecki received her Ph.D. in biochemistry from the University of Warsaw in Poland. During her scientific career she has worked directly with two Nobel Laureates, G. Edelman and Linus Pauling. Dr. Rath’s scientific ideas were instrumental in shifting her research focus to the field of nutrients and cardiovascular disease.

Dr. Niedzwiecki has worked with Dr. Rath for over twenty years in the area of research and development and has over 60 original research contributions published in prestigious professional journals.

She is a Fellow of the American College of Nutrition and a member of the American Heart Association, the American Medical Women’s Association, the Council on Arteriosclerosis and the American Academy for the Advancement of Science.