Eine umfangreiche wissenschaftliche Übersichtsarbeit aus dem Jahr 2025 kam zu dem Ergebnis, dass die Einnahme von Coenzym Q10 den systolischen Blutdruck – den oberen Wert einer Blutdruckmessung – deutlich senken kann, wobei höhere Werte in einem engen Zusammenhang mit einem erhöhten Risiko für Herzinfarkte, Schlaganfälle und vorzeitigen Tod stehen. Trotz ihrer Bedeutung blieb die Arbeit von den traditionellen Mainstream-Medien unerwähnt. Die Analyse umfasst 45 randomisierte kontrollierte Studien, an denen Erwachsene mit einer Vielzahl von Gesundheitszuständen teilnahmen. In ihrer Auswertung kommen die Forscher zu dem Schluss, dass Coenzym Q10 bedeutende kardiovaskuläre Vorteile bieten kann, insbesondere bei einer Einnahme über mehr als acht Wochen und in Dosierungen unter 200 Milligramm pro Tag. Die Ergebnisse erweitern die wachsende Zahl von Belegen dafür, dass Mikronährstoffe eine wichtige Rolle bei der Vorbeugung und Kontrolle von Bluthochdruck und damit verbundenen Herz-Kreislauf-Problemen spielen können. In einer Zeit, in der Millionen von Menschen weltweit trotz medikamentöser Behandlung mit Bluthochdruck zu kämpfen haben, lässt sich die unbedingte Notwendigkeit, dass Ärzte und Patienten das Potential ernährungsbasierter Ansätze endlich verstehen lernen, nicht länger missachten.
Die im International Journal of Cardiology: Cardiovascular Risk and Prevention veröffentlichte Studie untersuchte, ob Coenzym Q10, auch bekannt als CoQ10, dazu beitragen kann, den Blutdruck und die Herzfrequenz bei Erwachsenen zu verbessern. CoQ10 ist ein vitaminähnlicher Mikronährstoff, der vom Körper auf natürliche Weise gebildet wird und in nahezu jeder Zelle vorkommt. Er spielt eine zentrale Rolle bei der Energieproduktion und wirkt zudem als starkes Antioxidans, welches das Gewebe vor den schädlichen Auswirkungen freier Radikale schützt.
Die Forscher durchsuchten große medizinische Datenbanken und identifizierten 45 randomisierte kontrollierte Studien mit Erwachsenen aus Ländern auf der ganzen Welt, darunter die Vereinigten Staaten, Australien, Japan, Dänemark, China, der Iran und das Vereinigte Königreich. An den Studien nahmen Menschen mit Bluthochdruck, Herzerkrankungen, Diabetes, metabolischem Syndrom, chronischer Nierenerkrankung, Adipositas und anderen Gesundheitsproblemen sowie einige gesunde Probanden teil.
Erhebliche Vorteile
Die Ergebnisse waren beeindruckend. Insgesamt senkte die CoQ10-Supplementierung den systolischen Blutdruck um durchschnittlich 3,4 mmHg. Das mag zwar bescheiden klingen, doch selbst relativ geringe Blutdrucksenkungen können erhebliche Auswirkungen auf die öffentliche Gesundheit haben. Forschungsergebnisse zeigen durchweg, dass bereits eine Senkung des systolischen Blutdrucks um nur wenige Punkte das Risiko für Herzinfarkt, Schlaganfall, Herzinsuffizienz und kardiovaskulären Tod erheblich verringern kann.
Interessanterweise zeigte sich der größte Nutzen in Studien, in denen Dosen von weniger als 200 Milligramm täglich verabreicht wurden. Bei den Teilnehmern, die niedrigere Dosen einnahmen, sank der systolische Blutdruck im Durchschnitt um mehr als 6 mmHg. Auch längere Behandlungszeiträume schienen von Bedeutung zu sein. Studien, die länger als acht Wochen dauerten, zeigten deutlich stärkere Verbesserungen als in kürzeren Studien zu beobachten, was darauf hindeutet, dass CoQ10 möglicherweise Zeit benötigt, um die normale Zellfunktion wiederherzustellen und die Gefäßgesundheit zu verbessern.
Die positiven Auswirkungen waren bei Menschen mit Vorerkrankungen am deutlichsten. Dies ist biologisch nachvollziehbar, da viele chronische Erkrankungen mit erhöhtem oxidativem Stress und einem niedrigeren CoQ10-Spiegel im Körper einhergehen. Menschen mit Diabetes, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Stoffwechselstörungen weisen häufig erschöpfte CoQ10-Speicher auf, wodurch ihre Zellen anfälliger für Entzündungen und mitochondriale Funktionsstörungen sind.
Die Forscher stellten keinen statistisch signifikanten Einfluss fest auf den diastolischen Blutdruck – den unteren Wert bei der Blutdruckmessung – und beobachteten auch keine nennenswerten Veränderungen der Herzfrequenz. Die Verbesserung des systolischen Blutdrucks allein ist jedoch klinisch bedeutsam, da ein erhöhter systolischer Blutdruck einer der stärksten Prädiktoren für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Mortalität ist, insbesondere bei älteren Erwachsenen.
Ein wissenschaftlich fundierter Ansatz
Die Studie untersuchte zudem, wie CoQ10 seine blutdrucksenkende Wirkung entfalten könnte. Eine der führenden Erklärungen bezieht sich auf seine antioxidativen Eigenschaften. Oxidativer Stress schädigt die Blutgefäße und verringert die Verfügbarkeit von Stickstoffmonoxid, einem Molekül, das für eine gesunde Entspannung der Blutgefäße unerlässlich ist. Wenn der Stickstoffmonoxidspiegel sinkt, werden die Arterien steifer und verengen sich, was zu einem Anstieg des Blutdrucks führt.
CoQ10 scheint dazu beizutragen, diesen Prozess umzukehren. Indem es oxidative Schäden reduziert und die Verfügbarkeit von Stickstoffmonoxid verbessert, kann es dazu beitragen, dass sich die Blutgefäße besser entspannen, wodurch der Gefäßwiderstand sinkt und das Herz entlastet wird. Der Mikronährstoff kann zudem die Flexibilität der Arterien verbessern und die Funktion des Endothels unterstützen – der empfindlichen inneren Auskleidung der Blutgefäße, die eine Schlüsselrolle für die Herz-Kreislauf-Gesundheit spielt.
Ein weiterer wichtiger Faktor ist die Energieproduktion. Das Herz ist eines der energieintensivsten Organe des Körpers und stützt sich in hohem Maße auf die Mitochondrien, jene winzigen Strukturen in den Zellen, die Energie bereitstellen. CoQ10 ist für die Funktion der Mitochondrien und die Produktion von Adenosintriphosphat (ATP) unerlässlich – jenem Molekül, das die Zellaktivität antreibt. Bei einem niedrigen CoQ10-Spiegel kann das Herz weniger effizient arbeiten. Die Wiederherstellung eines ausreichenden Spiegels könnte daher die Herzleistung und die Durchblutung verbessern.
Die Studie ist von besonderer Bedeutung, da Bluthochdruck nach wie vor eine der weltweit häufigsten Ursachen für Erkrankungen und Todesfälle ist. Trotz des weit verbreiteten Einsatzes herkömmlicher Blutdruckmedikamente gelingt es vielen Patienten nicht, ihren Blutdruck ausreichend zu kontrollieren. Medikamentöse Behandlungen können zudem Nebenwirkungen wie Müdigkeit, Schwindel, Muskelschmerzen, sexuelle Funktionsstörungen und Elektrolytstörungen verursachen. Daher wächst das Interesse an wissenschaftlich fundierten natürlichen Behandlungsansätzen.
Die dringende Notwendigkeit von Veränderungen
Die Ergebnisse fügen sich in ein viel umfassenderes wissenschaftliches Gesamtbild ein. Dr. Raths Forschungen haben gezeigt, dass ein chronischer Mangel an bestimmten Mikronährstoffen die Hauptursache für Herz-Kreislauf-Erkrankungen ist. Mikronährstoffe wie Vitamin C, B-Vitamine, Vitamin D, Magnesium und Arginin spielen eine entscheidende Rolle für die Erhaltung der Herz- und Gefäßgesundheit. CoQ10 reiht sich in diese wachsende Liste wissenschaftlich fundierter natürlicher Wirkstoffe ein.
Diese Einsicht ist besonders wichtig, da sich die Schulmedizin bislang fast ausschließlich auf den Einsatz von Medikamenten konzentriert hat, während der Behebung zugrunde liegender Nährstoffmängel und Ungleichgewichte kaum oder gar keine Beachtung geschenkt wurde. Herz-Kreislauf-Erkrankungen entstehen jedoch nicht über Nacht. Sie entwickeln sich schrittweise durch jahrelangen Mikronährstoffmangel, der zu Schäden an den Blutgefäßen, oxidativem Stress, Entzündungen und Stoffwechselstörungen führt. Ernährungsstrategien, die dazu beitragen, diese Ursachen zu bekämpfen, bergen daher ein enormes Präventionspotential.
Für Patienten, die unter Bluthochdruck leiden, sind die Auswirkungen gravierend. Weltweit sind Milliarden von Menschen von Bluthochdruck betroffen, und nach wie vor ist er eine der Hauptursachen für Herzinfarkte, Schlaganfälle, Nierenerkrankungen und Demenz. Dennoch ist vielen Menschen nicht bewusst, dass einfache nährstoffbezogene Maßnahmen dazu beitragen können, ihr Risiko zu senken.
Die zunehmenden Belege für die Wirksamkeit von CoQ10 und anderen Mikronährstoffen machen deutlich, dass ein dringender Wandel in der Herangehensweise an Herz-Kreislauf-Erkrankungen erforderlich ist. Ärzte, medizinisches Fachpersonal und Patienten benötigen gleichermaßen eine bessere Aufklärung über die Rolle der Ernährung bei der Erhaltung gesunder Blutgefäße, der Unterstützung der Herzfunktion und der Vorbeugung chronischer Erkrankungen. Die Einbindung wissenschaftlich fundierter Ernährungsstrategien in die allgemeine kardiovaskuläre Versorgung könnte dazu beitragen, Leiden zu lindern, die Gesundheitskosten zu senken und unzählige Leben zu retten. Jetzt ist der richtige Zeitpunkt dafür.





