

Eine neue weltweite Analyse hat ergeben, dass fast ein Drittel der Menschen, bei denen eine der 17 häufigsten Krebsarten auftritt, möglicherweise verstirbt, bevor sie eine offizielle Krebsdiagnose erhalten. Die Gefahr besteht nicht nur darin, dass Krebserkrankungen weltweit zunehmen; Millionen von Fällen werden möglicherweise gar nicht erst in die medizinischen Unterlagen aufgenommen.
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Diese in der Fachzeitschrift The Lancet Oncology veröffentlichte Studie macht deutlich, wie viele Krebspatienten für die Gesundheitssysteme praktisch unsichtbar bleiben, insbesondere in ärmeren Regionen, in denen der Zugang zu Fachärzten, bildgebenden Verfahren, Labors und Überweisungsnetzwerken eingeschränkt ist.
Für die Studie nutzten die Forscher ein computergestütztes Modell der »Mikrosimulation«, um sowohl die Gesamtzahl der Krebsfälle als auch die Zahl der tatsächlich diagnostizierten Fälle zu schätzen. Sie stellten fest, dass Diagnoselücken oft schon lange vor der Behandlung entstehen, da Patienten Schwierigkeiten beim Zugang zur Grundversorgung haben, lange Wartezeiten auf Untersuchungen oder Gewebeuntersuchungen in Kauf nehmen müssen oder durch Kosten, Transportprobleme, Ängste und überlastete Gesundheitsdienste behindert werden. Die Forscher schätzen, dass bis 2050 fast die Hälfte der diagnostizierten Krebserkrankungen erst dann entdeckt wird, wenn sich die Krankheit bereits weit ausgebreitet hat, was die Behandlung erheblich erschwert.
Die Studie deckte zudem enorme globale Ungleichheiten auf. In Westeuropa werden voraussichtlich weniger als 1 Prozent der Menschen mit einer undiagnostizierten Krebsneuerkrankung sterben, während diese Zahl in Westafrika bei über 67 Prozent liegen könnte. Die Forscher sagen, die Ergebnisse enthüllen eine verborgene Krebsbelastung, die weitaus größer ist, als es die offiziellen Statistiken vermuten lassen, insbesondere in Ländern mit niedrigem und mittlerem Einkommen.
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