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Be­ste­chung, Schmier­gel­der und ge­fälsch­te For­schungs­er­geb­nis­se: Stu­die deckt die Schat­ten­sei­ten der Phar­ma­in­dus­trie auf

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Eine be­mer­kens­wer­te Stu­die, die An­fang die­ses Jah­res ver­öf­fent­licht wur­de, be­leuch­te­te je­ne Sei­te der Phar­ma­in­dus­trie, die von den über­kom­me­nen Main­stream-​Medien nach wie vor be­mer­kens­wert we­nig Be­ach­tung fin­det: den ge­ziel­ten Ein­satz von Be­ste­chung und an­de­ren kor­rup­ten Prak­ti­ken, um den Ab­satz von Arz­nei­mit­teln zu stei­gern, die Ver­schrei­bungs­pra­xis zu be­ein­flus­sen und sich ei­ne be­vor­zug­te Be­hand­lung durch Re­gie­rungen und Auf­sichts­be­hör­den zu si­chern. Die Stu­die, die im Fe­bru­ar 2026 von der Cam­bridge Uni­ver­si­ty Press on­line ver­öf­fent­licht wur­de, un­ter­such­te Fäl­le von Be­ste­chung in der Phar­ma­branche, die in Be­rich­ten der Or­ga­ni­sa­tion für wirt­schaft­li­che Zu­sam­men­ar­beit und Ent­wick­lung (OECD) über ei­nen Zeit­raum von mehr als 25 Jah­ren do­ku­men­tiert wur­den.

Aus den Be­rich­ten, die zwi­schen 1999 und 2025 ver­öf­fent­licht wur­den, iden­ti­fi­zier­ten die For­scher 21 Un­ter­su­chun­gen, an de­nen 19 Phar­ma­un­ter­neh­men be­tei­ligt wa­ren. Zu den aus­drück­lich ge­nann­ten Un­ter­neh­men ge­hör­ten ei­ni­ge der welt­weit größ­ten Arz­nei­mit­tel­her­stel­ler, da­run­ter No­var­tis, John­son & John­son, Pfi­zer, Te­va, Eli Lil­ly, Bris­tol-​Myers Squibb, As­tra­Ze­ne­ca, Gla­xo­Smith­Kline, Sa­no­fi und No­vo Nor­disk.

Die Er­geb­nis­se las­sen sich kaum als Hand­lun­gen ei­ni­ger we­ni­ger skru­pel­lo­ser Mit­ar­bei­ter ab­tun. Den For­schern zu­fol­ge wur­den Be­ste­chun­gen häu­fig von Füh­rungs­kräf­ten ge­neh­migt oder wis­sent­lich ge­dul­det, wäh­rend Toch­ter­ge­sell­schaf­ten, Dritt­an­bie­ter und kom­pli­zier­te Un­ter­neh­mens­struk­tu­ren wie­der­holt da­zu ge­nutzt wur­den, Zah­lun­gen zu ver­schlei­ern. Die do­ku­men­tier­ten Be­ste­chungs­prak­ti­ken dau­er­ten im Durch­schnitt fast fünf Jah­re, wo­bei die längs­te 11 Jah­re an­dau­er­te. Ins­ge­samt um­fass­ten die Fäl­le iden­ti­fi­zier­te il­le­ga­le Zah­lun­gen in Hö­he von min­des­tens 12,6 Mil­li­o­nen US-​Dol­lar und führ­ten zu fi­nan­ziel­len Sank­tio­nen in Hö­he von mehr als 1,1 Mil­li­ar­den US-​Dol­lar.

So funk­tio­nier­ten die Be­ste­chungs­ma­chen­schaf­ten

Die Stu­die lie­fert ei­ne be­un­ru­hi­gen­de Auf­lis­tung der Me­tho­den, die mut­maß­lich zur Ver­schlei­e­rung kor­rup­ter Zah­lun­gen ein­ge­setzt wur­den. Ärz­ten und an­de­ren Fach­kräf­ten im Ge­sund­heits­we­sen wur­den Lu­xus­rei­sen, Ge­schen­ke, Un­ter­hal­tungs­an­ge­bo­te und an­de­re Ver­güns­ti­gun­gen an­ge­bo­ten. In ei­ni­gen Fäl­len über­wach­ten Phar­ma­re­fe­ren­ten sorg­fäl­tig das Ver­schrei­bungs­vo­lu­men der Ärz­te, um fest­zu­stel­len, ob das Geld und die Ver­güns­ti­gun­gen den ge­wünsch­ten Er­trag brach­ten. No­var­tis bei­spiels­wei­se spon­ser­te die Teil­nah­me von Ärz­ten an in­ter­na­tio­na­len Kon­gres­sen, droh­te je­doch laut dem von den For­schern un­ter­such­ten Be­richt da­mit, die­se Un­ter­stüt­zung zu­rück­zu­zie­hen, falls die Ver­schrei­bungs­zie­le nicht er­reicht wür­den. Wei­te­re Bei­spie­le wa­ren Fa­mi­lien­ur­lau­be, Ski­rei­sen, Be­sich­ti­gungs­tou­ren und Lu­xus­gü­ter.

Noch be­un­ru­hi­gen­der war viel­leicht die fak­ti­sche Ma­ni­pu­la­tion der me­di­zi­ni­schen For­schung. Die Un­ter­su­chung deck­te Fäl­le auf, in de­nen an­geb­lich wis­sen­schaft­li­che Stu­dien vor­ran­gig als Mit­tel zur Be­zah­lung von Ärz­ten ins Le­ben ge­ru­fen wur­den. Ei­ni­ge wur­den als Phase-​IV-, Be­ob­ach­tungs- oder epi­de­mi­o­lo­gi­sche Stu­dien prä­sen­tiert, ob­wohl ihr ei­gent­li­cher Zweck da­rin be­stand, be­stimm­te Me­di­ka­men­te zu be­wer­ben oder Ärz­te zu be­loh­nen, die die­se ver­schrie­ben. In ei­nem Fall wur­de ei­ne kli­ni­sche Stu­die da­zu ge­nutzt, für Lu­cen­tis zu wer­ben – ein ver­schrei­bungs­pflich­ti­ges Me­di­ka­ment, das ins Au­ge in­ji­ziert wird und in den Ver­ei­nig­ten Staa­ten rund 2 000 US-​Dol­lar pro Do­sis kos­ten kann –, an­statt ech­te For­schung zu be­trei­ben; in ei­nem an­de­ren Fall wur­den Zah­lun­gen über ei­ne vor­ge­täusch­te neu­ro­wis­sen­schaft­li­che Stu­die ab­ge­wickelt.

Ei­ne wei­te­re häu­fig an­ge­wand­te Me­tho­de be­stand da­rin, Ärz­te oder Re­gie­rungs­be­am­te als an­geb­li­che »⁠Be­ra­ter⁠«, »⁠Re­fe­ren­ten⁠« oder »⁠Key Opin­ion Lea­ders⁠« ein­zu­set­zen. Die For­scher stie­ßen auf Fäl­le, in de­nen Per­so­nen für we­nig oder gar kei­ne ei­gent­li­che Ar­beit er­heb­li­che Zah­lun­gen er­hiel­ten, wo­bei das Geld als Be­ra­tungs-, Gut­ach­ter- oder Ho­no­ra­re ver­bucht wur­de. In ei­nem be­son­ders auf­fäl­li­gen Bei­spiel er­hielt ein hoch­ran­gi­ger ukra­i­ni­scher Ge­sund­heits­be­am­ter mo­nat­lich 200 000 US-​Dol­lar an an­geb­li­chen Be­ra­tungs­ho­no­ra­ren.

Man­che der Ma­chen­schaf­ten wa­ren so­gar noch aus­ge­klü­gel­ter. Phar­ma­un­ter­neh­men nutz­ten Ver­triebs­part­ner, Off­shore-​Ge­sell­schaf­ten und Schein­fir­men, um Zah­lun­gen zu ver­schlei­ern, wäh­rend in ge­fälsch­ten Rech­nun­gen die Gel­der als Zah­lun­gen für Wer­bung, La­ge­rung, Mar­ke­ting, Be­ra­tung oder an­de­re le­gi­ti­me Dienst­leis­tun­gen aus­ge­wie­sen wur­den. Die For­scher füh­ren ei­nen Fall an, in dem die rus­si­sche Nie­der­las­sung von Eli Lil­ly 96 fin­gier­te Ver­trä­ge über Mar­ke­ting- oder Dienst­leis­tun­gen mit 42 Off­shore-​Un­ter­neh­men ab­schloss, wo­bei letzt­lich mehr als 11 Mil­li­o­nen US-​Dol­lar an Amts­trä­ger ge­zahlt wur­den.

Wenn Be­ste­chung die Auf­sichts­be­hör­den er­reicht

Die Aus­wir­kun­gen sind be­son­ders gra­vie­rend, wenn Be­ste­chungs­zah­lun­gen nicht nur da­zu dien­ten, Ärz­te zur Ver­schrei­bung ei­nes be­stimm­ten Me­di­ka­ments zu be­we­gen, son­dern auch da­zu, die Zu­las­sungs- und Be­schaf­fungs­ent­schei­dun­gen zu be­ein­flus­sen, die Aus­schlag da­rü­ber ge­ben, wel­che Me­di­ka­men­te über­haupt in ein Ge­sund­heits­sys­tem ge­lan­gen. Die Stu­die deck­te Fäl­le auf, in de­nen Phar­ma­un­ter­neh­men of­fen­bar Amts­trä­ger be­sto­chen oder Ver­mitt­ler ein­ge­setzt ha­ben, um Zu­las­sungs­ver­fah­ren zu be­schleu­ni­gen, Pro­dukt­zu­las­sun­gen zu er­lan­gen oder Ver­trä­ge mit staat­li­chen Kran­ken­häu­sern zu si­chern. Sol­che Ma­chen­schaf­ten rich­te­ten sich ge­gen Ge­sund­heits­mi­nis­te­rien, Be­schaf­fungs­stel­len und staat­li­che Ver­si­che­rungs­pro­gram­me.

Die For­scher deck­ten über­dies Be­ste­chungs­fäl­le in der Phar­ma­branche im Zu­sam­men­hang mit dem Öl-​für-​Le­bens­mit­tel-​Pro­gramm der Ver­ein­ten Na­tio­nen im Irak auf. Un­ter­neh­men ma­ni­pu­lier­ten Ver­trags­prei­se und tarn­ten über­höh­te Zah­lun­gen als Ver­mitt­ler­pro­vi­sio­nen, wo­bei die über­schüs­si­gen Gel­der letzt­end­lich an ira­ki­sche Amts­trä­ger flos­sen. John­son & John­son bei­spiels­wei­se zahl­te 857 387 US-​Dol­lar an Schmier­gel­dern, die als Ver­mitt­ler­pro­vi­sio­nen ge­tarnt wa­ren, und er­höh­te be­stimm­te ira­ki­sche Ver­trä­ge um 10 Pro­zent. No­vo Nor­disk zahl­te 1,44 Mil­li­o­nen US-​Dol­lar und ge­neh­mig­te im Zu­sam­men­hang mit sol­chen Ma­chen­schaf­ten wei­te­re 1,32 Mil­li­o­nen US-​Dol­lar an über­höh­ten Pro­vi­sio­nen. In ei­nem an­de­ren Fall über­wies Eli Lil­ly fast 40 000 US-​Dol­lar an ei­ne pri­va­te Stif­tung, die mit ei­nem hoch­ran­gi­gen pol­ni­schen Be­am­ten in Ver­bin­dung stand, als Ge­gen­leis­tung für güns­ti­ge Ent­schei­dun­gen be­züg­lich der Er­stat­tung von Arz­nei­mit­teln.

Da­bei han­delt es sich nicht le­dig­lich um Un­re­gel­mä­ßig­kei­ten in der Buch­füh­rung. Wenn fi­nan­ziel­le An­rei­ze Ein­fluss da­rauf neh­men, wel­che Me­di­ka­men­te Ärz­te ver­schrei­ben, wel­che Arz­nei­mit­tel Re­gie­run­gen be­schaf­fen oder wel­che ei­ne be­hörd­li­che Zu­las­sung er­hal­ten, dann kann Kor­rup­tion den Be­trieb der Ge­sund­heits­sys­te­me un­mit­tel­bar be­ein­träch­ti­gen.

Die Kor­rup­tion könn­te weit­aus grö­ßer sein, als die of­fi­ziel­len Zah­len ver­mu­ten las­sen

Die Er­geb­nis­se der Stu­die soll­ten nicht so in­ter­pre­tiert wer­den, als wür­den sie das ge­sam­te Aus­maß der Kor­rup­tion in der Phar­ma­branche wi­der­spie­geln. Die For­scher be­to­nen, dass ih­re Ana­ly­se nur Fäl­le um­fasst, die so deut­lich zu­ta­ge tra­ten, dass sie zu of­fi­ziel­len Er­mitt­lun­gen und Straf­ver­fol­gun­gen führ­ten. Un­ter­neh­men, die in Län­dern mit schwä­che­rer Rechts­durch­set­zung tä­tig sind, Fäl­le, die ver­trau­lich bei­ge­legt wur­den, oder Kor­rup­tions­prak­ti­ken, die un­ent­deckt blei­ben, tau­chen im Da­ten­satz nicht auf. Die Au­to­ren spre­chen da­her von ei­ne ver­bor­ge­nen »⁠Dun­kel­zif­fer⁠« der Kor­rup­tion, die nie of­fi­ziell do­ku­men­tiert wird. Hier­bei be­to­nen sie, dass die sicht­bar ge­wor­de­nen Fäl­le das tat­säch­li­che Aus­maß des Pro­blems wahr­schein­lich un­ter­schät­zen.

Die Stu­die er­gab zu­dem, dass in zwölf der un­ter­such­ten Fäl­le Toch­ter­ge­sell­schaf­ten be­tei­ligt wa­ren. Es wur­de fest­ge­stellt, dass Füh­rungs­kräf­te über­höh­te Zah­lun­gen oder ver­schlei­er­te Aus­ga­ben ge­neh­migt hat­ten, wäh­rend in­ter­ne War­nun­gen und Com­pli­ance-​Prü­fun­gen zwar manch­mal of­fen­sicht­li­che Pro­ble­me auf­deck­ten, die­se je­doch nicht ver­hin­dern konn­ten. Dies wirft ei­ne na­he­lie­gen­de Fra­ge auf: Wie vie­le wei­te­re ähn­li­che Ma­chen­schaf­ten gab es, die nie auf­ge­deckt wur­den?

Was sagt uns das über die Phar­ma­in­dus­trie?

Die Be­deu­tung der Stu­die reicht weit über die ein­zel­nen Un­ter­neh­men und Fäl­le hin­aus, die da­rin auf­ge­zeigt wer­den. Be­ste­chung in die­ser Form kann das Ge­sund­heits­sys­tem ver­zer­ren, selbst wenn ein Me­di­ka­ment an sich als den of­fi­ziel­len Qua­li­täts­stan­dards ent­spre­chend gilt. Ver­schreibt ein Arzt ein be­stimm­tes Me­di­ka­ment auf­grund fi­nan­ziel­ler An­rei­ze und nicht, weil es ver­meint­lich die ge­eig­ne­te Wahl für den Pa­tien­ten ist, kann nicht nur der Pa­tient das Nach­se­hen ha­ben. Wird ei­ne Be­schaf­fungs­ent­schei­dung der Re­gie­rung durch Schmier­gel­der be­ein­flusst, kön­nen Bei­trags- bzw. Steu­er­zah­ler am En­de mehr für Arz­nei­mit­tel be­zah­len, als ih­nen oh­ne­hin schon ab­ge­nom­men wer­den. Und wenn be­hörd­li­che Ent­schei­dun­gen be­ein­träch­tigt wer­den, kön­nen die Fol­gen er­heb­lich schwer­wie­gen­der sein.

Be­zeich­nen­der­weise kom­men die For­scher zu dem Schluss, dass es sich um ein sys­te­mi­sches Pro­blem han­delt, das nicht auf ein be­stimm­tes Land oder ei­ne be­stimm­te Re­gion be­schränkt ist. Die von ih­nen an­ge­führ­ten Fäl­le be­tra­fen Be­ste­chung in 30 Län­dern, da­run­ter Asien, Ost­eu­ro­pa, der Na­he Os­ten und La­tein­ame­ri­ka. Dies ist von be­son­de­rer Be­deu­tung, da die Phar­ma­in­dus­trie seit Jahr­zehn­ten ver­sucht, ein Image als streng re­gu­lier­te, wis­sen­schaft­lich orien­tier­te Branche zu pfle­gen, de­ren vor­ran­gi­ges Ziel die Ent­wick­lung von Me­di­ka­men­ten zur Ver­bes­se­rung der mensch­li­chen Ge­sund­heit ist. Die in die­ser Stu­die do­ku­men­tier­ten Be­wei­se zei­gen je­doch, wie fi­nan­ziel­le An­rei­ze in ver­schie­de­ne Ebe­nen des Sys­tems ein­drin­gen kön­nen – vom Arzt, der das Re­zept aus­stellt, über den Be­am­ten, der das Me­di­ka­ment zu­lässt, bis hin zur Re­gie­rung, die über den Kauf be­stimm­ter Arz­nei­mit­tel ent­schei­det.

Wa­rum ha­ben wir so we­nig von die­ser Stu­die ge­hört?

Der viel­leicht be­mer­kens­wer­tes­te As­pekt die­ser Stu­die sind nicht ein­fach die Ma­chen­schaf­ten, die sie ans Ta­ges­licht brach­te, son­dern wie we­nig Be­ach­tung sie trotz ih­rer Bi­sanz ge­fun­den hat. Das Pa­pier wur­de am 10. Fe­bru­ar 2026 on­line ver­öf­fent­licht, ist frei zu­gäng­lich und er­schien bei Cam­bridge Uni­ver­si­ty Press im Jour­nal of Law, Me­di­cine & Ethics. Die Er­geb­nis­se be­tref­fen ei­ni­ge der welt­weit größ­ten Phar­ma­un­ter­neh­men und do­ku­men­tie­ren Be­ste­chungs­fäl­le, an de­nen Ärz­te, Re­gie­rungs­be­am­te, Auf­sichts­be­hör­den und öf­fent­li­che Be­schaf­fungs­sys­te­me be­tei­ligt wa­ren. Doch statt die Schlag­zei­len zu be­herr­schen, scheint die gan­ze Sa­che im Grun­de ge­nom­men ig­no­riert wor­den zu sein.

Da­für mag es viele Er­klä­run­gen ge­ben. Kor­rup­tion in der Phar­ma­branche ist ein kom­ple­xes The­ma und be­trifft oft Vor­fäl­le, die be­reits vor Jah­ren statt­fan­den. Die be­tei­lig­ten Un­ter­neh­men ha­ben mög­li­cher­wei­se be­reits Geld­stra­fen ge­zahlt, so­dass die Fäl­le als ab­ge­schlos­sen dar­ge­stellt wer­den kön­nen. Auch kann man da­von aus­ge­hen, dass die gro­ßen Me­dien­häu­ser gleich­zei­tig über zahl­rei­che an­de­re The­men be­rich­ten, die um die Auf­merk­sam­keit der Öf­fent­lich­keit kon­kur­rie­ren.

Es gibt je­doch noch ei­ne wei­te­re Fra­ge, die ge­stellt wer­den soll­te. Phar­ma­un­ter­neh­men ge­hö­ren zu den ein­fluss­reichs­ten Wer­be­kun­den welt­weit, und vie­le eta­blier­te Me­dien­un­ter­neh­men sind in ho­hem Ma­ße von kom­mer­ziel­ler Wer­bung ab­hän­gig.

Aber hat die­se fi­nan­ziel­le Be­zie­hung Aus­wir­kun­gen da­rauf, wel­che As­pek­te der Phar­ma­in­dus­trie ei­ner kon­ti­nu­ier­li­chen Über­prü­fung un­ter­zo­gen wer­den?

Die Stu­die selbst geht auf diese Fra­ge nicht ein, so­dass nicht fest­ge­macht wer­den kann, ob die Arz­nei­mit­tel­wer­bung für das Auf­merk­sam­keits­de­fi­zit in den Me­dien ver­ant­wort­lich ist. Doch das Miss­ver­hält­nis zwi­schen der Be­deu­tung der Er­geb­nis­se und der of­fen­sicht­li­chen feh­len­den öf­fent­li­chen Dis­kus­sion ist ge­wiss ei­ne Un­ter­su­chung wert.

Wenn am En­de aber selbst Be­wei­se für Be­ste­chung, in die ei­ni­ge der welt­weit größ­ten Phar­ma­un­ter­neh­men ver­wickelt sind, kei­ne nen­nens­wer­te öf­fent­li­che De­bat­te aus­lö­sen – was sagt das dann über die In­for­ma­tio­nen aus, die die Öf­fent­lich­keit über die Phar­ma­in­dus­trie prä­sen­tiert be­kommt?

Die Öf­fent­lich­keit hat ein Recht da­rauf, dies zu er­fah­ren

Die Au­to­ren der Stu­die for­dern mehr Trans­pa­renz, ei­ne stren­ge­re Auf­sicht, ei­ne ver­bes­ser­te Über­wa­chung von Zah­lun­gen der Phar­ma­in­dus­trie an An­ge­hö­ri­ge der Ge­sund­heits­be­ru­fe so­wie ei­nen bes­se­ren Schutz für Whistle­blower. Sie plä­die­ren zu­dem für Re­for­men, die die Mög­lich­kei­ten für kor­rup­te Zah­lun­gen ein­schrän­ken könn­ten, da­run­ter ei­ne un­ab­hän­gi­ge­re Fi­nan­zie­rung der kli­ni­schen For­schung und ei­ne ge­rin­ge­re Ab­hän­gig­keit der Auf­sichts­be­hör­den von der Fi­nan­zie­rung durch die In­dus­trie. All dies sind ver­nünf­ti­ge Vor­schlä­ge. Doch hier geht es um ei­ne weit­aus grö­ße­re Fra­ge.

Seit Jah­ren wird viel Auf­wand be­trie­ben, da­mit die Öf­fent­lich­keit die Phar­ma­in­dus­trie in ers­ter Li­nie un­ter dem Ge­sichts­punkt des wis­sen­schaft­li­chen Fort­schritts und der me­di­zi­ni­schen In­no­va­tion be­trach­te. Weit­aus we­ni­ger Be­ach­tung wird hin­ge­gen den enor­men fi­nan­ziel­len An­rei­zen und In­te­res­sen­kon­flik­ten zu­teil, die ent­ste­hen kön­nen, wenn kom­mer­ziel­le Zie­le mit me­di­zi­ni­schen Ent­schei­dun­gen kol­li­die­ren.

Die Stu­die be­weist we­der, dass die ge­sam­te Phar­ma­in­dus­trie kor­rupt ist, noch legt sie na­he, dass je­der Arzt, je­de Auf­sichts­be­hör­de oder je­der Mit­ar­bei­ter ei­nes Phar­ma­un­ter­neh­mens sich un­red­lich ver­hält. Was sie je­doch lie­fert, lässt sich viel schwe­rer ab­tun: ei­ne sys­te­ma­ti­sche Un­ter­su­chung of­fi­ziell do­ku­men­tier­ter Fäl­le, die zei­gen, dass es wie­der­holt zu Be­ste­chun­gen in ver­schie­de­nen Län­dern, Un­ter­neh­men und auf ver­schie­de­nen Ebe­nen des Phar­ma­sys­tems ge­kom­men ist.

Die Au­to­ren war­nen da­vor, dass die von ih­nen iden­ti­fi­zier­ten Fäl­le mit ziem­li­cher Si­cher­heit nur den sicht­ba­ren Teil des Pro­blems dar­stel­len. Dies soll­te je­den be­un­ru­hi­gen, der der An­sicht ist, dass Ent­schei­dun­gen im Ge­sund­heits­we­sen vor al­lem auf ei­ner Über­le­gung be­ru­hen soll­ten: Was ist das Bes­te für den Pa­tien­ten?

Wenn die Öf­fent­lich­keit Ver­trau­en in die mo­der­ne Me­di­zin ha­ben soll, hat sie ein Recht da­rauf, nicht nur zu er­fah­ren, was Phar­ma­un­ter­neh­men über sich selbst sa­gen, son­dern auch, was ih­re do­ku­men­tier­te Un­ter­neh­mens­ge­schich­te über sie aus­sagt. Es ist an der Zeit, dass den Pa­tien­ten die Wahr­heit ge­sagt wird.

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Paul Anthony Taylor

Paul Anthony Taylor

Executive Director of the Dr. Rath Health Foundation and one of the coauthors of our explosive book, “The Nazi Roots of the ‘Brussels EU'”, Paul is also our expert on the Codex Alimentarius Commission and has had eye-witness experience, as an official observer delegate, at its meetings.

Prior to joining the Foundation, Paul's background was in the music industry, where he worked as a keyboard player and programmer with artists including Paul McCartney, Bryan Ferry, Bill Withers, the Verve, Texas, and Primal Scream.

He first became interested in natural health after falling ill with a chronic fatigue syndrome-related disorder in 1991 and subsequently making a full recovery through the use of natural health therapies. After meeting Dr. Rath and Dr. Niedzwiecki at an anti-Codex rally in Berlin in 2002, Paul was inspired to make a life-changing decision to leave the music industry to work for the Foundation and help defend the right of patients worldwide to have free access to natural health approaches.

You can find Paul on Twitter at @paulanthtaylor
Der Executive Director der Dr. Rath Health Foundation ist einer der Koautoren des explosiven Buchs „Die Nazi-Wurzeln der Brüsseler EU“. Paul ist auch unser Experte zum Thema „Codex Alimentarius-Kommission“ und hat Augenzeugenerfahrung als offizieller beobachtender Teilnehmer bei diesen Treffen.

Bevor er seine Arbeit bei der Stiftung antrat war Paul in der Musikindustrie aktiv. Er arbeitete als Keyboard-Spieler und Programmierer mit Künstlern wie Paul McCartney, Bryan Ferry, Bill Withers, the Verve, Texas und Primal Scream.

Sein Interesse an natürlicher Gesundheit wuchs, als er 1991 an Störungen erkrankte, die aus einem chronischen Erschöpfungssyndrom resultierten. Durch natürliche Gesundheitstherapien wurde er schließlich vollständig geheilt. Ein Treffen 2002 mit Dr. Rath und Dr. Niedzwiecki bei einer Anti-Codex-Demonstration in Berlin inspirierte ihn zu einer lebensverändernden Entscheidung und er verließ die Musikindustrie um für die Stiftung zu arbeiten und das Recht der Patienten zu verteidigen, weltweit freien Zugang zu natürlichen Gesundheitsverfahren zu haben.

Auf Twitter ist Paul unter @paulanthtaylor zu finden.
Paul Anthony Taylor
Paul Anthony Taylor
Executive Director of the Dr. Rath Health Foundation and one of the coauthors of our explosive book, “The Nazi Roots of the ‘Brussels EU'”, Paul is also our expert on the Codex Alimentarius Commission and has had eye-witness experience, as an official observer delegate, at its meetings.

Prior to joining the Foundation, Paul's background was in the music industry, where he worked as a keyboard player and programmer with artists including Paul McCartney, Bryan Ferry, Bill Withers, the Verve, Texas, and Primal Scream.

He first became interested in natural health after falling ill with a chronic fatigue syndrome-related disorder in 1991 and subsequently making a full recovery through the use of natural health therapies. After meeting Dr. Rath and Dr. Niedzwiecki at an anti-Codex rally in Berlin in 2002, Paul was inspired to make a life-changing decision to leave the music industry to work for the Foundation and help defend the right of patients worldwide to have free access to natural health approaches.

You can find Paul on Twitter at @paulanthtaylor
Der Executive Director der Dr. Rath Health Foundation ist einer der Koautoren des explosiven Buchs „Die Nazi-Wurzeln der Brüsseler EU“. Paul ist auch unser Experte zum Thema „Codex Alimentarius-Kommission“ und hat Augenzeugenerfahrung als offizieller beobachtender Teilnehmer bei diesen Treffen.

Bevor er seine Arbeit bei der Stiftung antrat war Paul in der Musikindustrie aktiv. Er arbeitete als Keyboard-Spieler und Programmierer mit Künstlern wie Paul McCartney, Bryan Ferry, Bill Withers, the Verve, Texas und Primal Scream.

Sein Interesse an natürlicher Gesundheit wuchs, als er 1991 an Störungen erkrankte, die aus einem chronischen Erschöpfungssyndrom resultierten. Durch natürliche Gesundheitstherapien wurde er schließlich vollständig geheilt. Ein Treffen 2002 mit Dr. Rath und Dr. Niedzwiecki bei einer Anti-Codex-Demonstration in Berlin inspirierte ihn zu einer lebensverändernden Entscheidung und er verließ die Musikindustrie um für die Stiftung zu arbeiten und das Recht der Patienten zu verteidigen, weltweit freien Zugang zu natürlichen Gesundheitsverfahren zu haben.

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