

Cefepim ist ein Antibiotikum der vierten Generation, das häufig zur Behandlung schwerer bakterieller Infektionen und der febrilen Neutropenie – einem Fieber bei Patienten mit ungewöhnlich niedrigen Leukozytenzahlen – eingesetzt wird. Wissenschaftler befürchten jedoch, dass dieses breit wirksame Antibiotikum das Sterberisiko erhöhen könnte.
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Cefepim ist ein stark wirksames Antibiotikum, das seit fast drei Jahrzehnten zur Behandlung schwerer bakterieller Infektionen eingesetzt wird. In dieser neuen Analyse untersuchten Forscher 110 randomisierte klinische Studien mit mehr als 22 000 Patienten. Insgesamt starben 6,6 Prozent der Patienten, die Cefepim erhielten, verglichen mit 6,2 Prozent der Patienten, denen andere Antibiotika verabreicht wurden. Beschränkten die Forscher ihre Analyse auf veröffentlichte, von Fachkollegen begutachtete Studien, so war Cefepim mit einem um schätzungsweise 17 Prozent höheren Sterberisiko verbunden.
Die Ergebnisse sind kein Beweis dafür, dass Cefepim selbst für die übermäßigen Todesfälle verantwortlich war, und die Forscher betonen, dass das Medikament nach wie vor eine wichtige Behandlungsoption bei schweren Infektionen darstelle. Wohl aber liefere die Studie Hinweise auf ein Sicherheitsrisiko, das ihrer Meinung nach weitere Untersuchungen rechtfertige. Bereits bekannt ist, dass Cefepim gelegentlich schwerwiegende neurologische Nebenwirkungen verursachen kann, insbesondere bei Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion, obwohl noch unklar ist, ob dies die festgestellten Mortalitätsergebnisse erklären könnte.
Antibiotika können bei sachgemäßer Anwendung zweifellos lebensrettend sein, doch ihr medizinischer Nutzen sollte niemals dazu führen, dass potentielle Risiken nicht offen untersucht werden. Wie diese Studie zeigt, können wichtige Sicherheitsfragen auch dann noch bestehen bleiben, wenn ein Medikament bereits seit Jahrzehnten verschrieben wird. Patienten und Ärzte benötigen daher zuverlässige Informationen nicht nur über den gewünschten Effekt von Arzneimitteln, sondern auch über deren mögliche Schäden. Eine kontinuierliche unabhängige Überprüfung nach der Markteinführung von Arzneimitteln ist unerlässlich, wenn die Patientensicherheit wirklich an erster Stelle stehen soll.
Wenn Sie mehr über eine 2017 veröffentlichte Studie erfahren möchten, die zu dem Ergebnis kam, dass die Dauereinnahme von Antibiotika das Darmkrebsrisiko erhöhen kann, lesen Sie diesen Artikel auf unserer Webseite.