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Ver­schrei­bungs­flut sorgt in Groß­bri­tan­nien für 1.000 Not­auf­nah­men äl­te­rer Men­schen täglich

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Meldung

Fast acht Mil­li­o­nen Men­schen in ganz Groß­bri­tan­nien neh­men mitt­ler­wei­le täg­lich fünf oder mehr ver­schrei­bungs­pflich­ti­ge Me­di­ka­men­te ein. Me­di­zi­ner be­zeich­nen die­se Ent­wick­lung als Epi­de­mie der Über­ver­schrei­bung. Rund 1 000 äl­te­re Men­schen wer­den Tag für Tag auf­grund von Arz­nei­mit­tel­ne­ben­wir­kun­gen in die Not­auf­nah­men der Kran­ken­häu­ser ein­ge­lie­fert.
[Quelle: gbnews.com]

[Bildquelle: pixabay.com]

Kommentar

Bei äl­te­ren Men­schen, von de­nen vie­le an meh­re­ren chro­ni­schen Er­kran­kun­gen lei­den, ist die gleich­zei­ti­ge Ein­nah­me meh­re­rer ver­schrei­bungs­pflich­ti­ger Me­di­ka­men­te im­mer häu­fi­ger an­zu­tref­fen. Laut ei­ner Un­ter­su­chung der bri­ti­schen Zei­tung Sun­day Times wer­den in Eng­land täg­lich rund 1 000 äl­te­re Men­schen we­gen Arz­nei­mit­tel­ne­ben­wir­kun­gen, die oft mit der Ein­nah­me meh­re­rer Me­di­ka­men­te zu­sam­men­hän­gen, in Not­auf­nah­men ein­ge­lie­fert. Be­rich­ten zu­fol­ge neh­men lan­des­weit rund 2,2 Mil­li­o­nen Men­schen täg­lich zehn oder mehr ver­schrei­bungs­pflich­ti­ge Me­di­ka­men­te ein.

Das Pro­blem ist als Po­ly­phar­ma­zie be­kannt und be­zieht sich grund­sätz­lich auf die gleich­zei­ti­ge Ein­nah­me meh­re­rer Me­di­ka­men­te. Wen­den Pa­tien­ten meh­re­re Me­di­ka­men­te gleich­zei­tig an, kön­nen die Ri­si­ken mit je­der wei­te­ren Me­di­ka­men­ten­zu­ga­be stei­gen, wo­bei die kon­kre­ten Wech­sel­wir­kun­gen mit­un­ter schwer vor­her­zu­sa­gen sind. Zu den Ne­ben­wir­kun­gen kön­nen Schwin­del, Ver­wirrt­heit, Stür­ze und an­de­re schwer­wie­gen­de Pro­ble­me ge­hö­ren. Be­son­ders be­sorg­nis­er­re­gend ist die Mög­lich­keit, dass ei­ne durch ein Me­di­ka­ment ver­ur­sach­te Ne­ben­wir­kung manch­mal irr­tüm­lich für ei­ne neue Er­kran­kung ge­hal­ten wird, mit der Fol­ge, dass ein wei­te­res Me­di­ka­ment ver­schrie­ben wird.

Die­se Er­kennt­nis­se ver­deut­li­chen ei­ne grund­le­gen­de Schwä­che ei­nes Ge­sund­heits­mo­dells, das bei chro­ni­schen Er­kran­kun­gen stark auf me­di­ka­men­tö­se Be­hand­lun­gen setzt. An­statt bei je­dem neu­en Sym­ptom ein­fach ein wei­te­res Re­zept aus­zu­stel­len, soll­ten Ärz­te re­gel­mä­ßig prü­fen, ob al­le Me­di­ka­men­te ei­nes Pa­tien­ten wei­ter­hin not­wen­dig sind und ob ei­ni­ge da­von si­cher re­du­ziert oder ab­ge­setzt wer­den kön­nen. Gleich­zei­tig soll­te der Er­näh­rung und an­de­ren na­tür­li­chen An­sät­zen, die die zu­grun­de lie­gen­den Ur­sa­chen und Ri­si­ko­fak­to­ren chro­ni­scher Er­kran­kun­gen an­ge­hen, weit­aus mehr Auf­merk­sam­keit ge­schenkt wer­den. Vor­rang vor der Er­stel­lung im­mer län­ger wer­den­der Ver­schrei­bungs­lis­ten soll­te stets die Prä­ven­tion von Krank­hei­ten ha­ben.

Wei­te­re In­for­ma­tio­nen zu den Ge­fah­ren der Po­ly­phar­ma­zie und da­zu, wa­rum äl­te­re Men­schen, die meh­re­re Me­di­ka­men­te ein­neh­men, ei­nem deut­lich hö­he­ren Ri­si­ko für Ge­brech­lich­keit, Be­hin­de­rung und Tod aus­ge­setzt sind, fin­den Sie in die­sem Ar­ti­kel auf un­se­rer Web­sei­te.

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