

Fast acht Millionen Menschen in ganz Großbritannien nehmen mittlerweile täglich fünf oder mehr verschreibungspflichtige Medikamente ein. Mediziner bezeichnen diese Entwicklung als Epidemie der Überverschreibung. Rund 1 000 ältere Menschen werden Tag für Tag aufgrund von Arzneimittelnebenwirkungen in die Notaufnahmen der Krankenhäuser eingeliefert.
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Bei älteren Menschen, von denen viele an mehreren chronischen Erkrankungen leiden, ist die gleichzeitige Einnahme mehrerer verschreibungspflichtiger Medikamente immer häufiger anzutreffen. Laut einer Untersuchung der britischen Zeitung Sunday Times werden in England täglich rund 1 000 ältere Menschen wegen Arzneimittelnebenwirkungen, die oft mit der Einnahme mehrerer Medikamente zusammenhängen, in Notaufnahmen eingeliefert. Berichten zufolge nehmen landesweit rund 2,2 Millionen Menschen täglich zehn oder mehr verschreibungspflichtige Medikamente ein.
Das Problem ist als Polypharmazie bekannt und bezieht sich grundsätzlich auf die gleichzeitige Einnahme mehrerer Medikamente. Wenden Patienten mehrere Medikamente gleichzeitig an, können die Risiken mit jeder weiteren Medikamentenzugabe steigen, wobei die konkreten Wechselwirkungen mitunter schwer vorherzusagen sind. Zu den Nebenwirkungen können Schwindel, Verwirrtheit, Stürze und andere schwerwiegende Probleme gehören. Besonders besorgniserregend ist die Möglichkeit, dass eine durch ein Medikament verursachte Nebenwirkung manchmal irrtümlich für eine neue Erkrankung gehalten wird, mit der Folge, dass ein weiteres Medikament verschrieben wird.
Diese Erkenntnisse verdeutlichen eine grundlegende Schwäche eines Gesundheitsmodells, das bei chronischen Erkrankungen stark auf medikamentöse Behandlungen setzt. Anstatt bei jedem neuen Symptom einfach ein weiteres Rezept auszustellen, sollten Ärzte regelmäßig prüfen, ob alle Medikamente eines Patienten weiterhin notwendig sind und ob einige davon sicher reduziert oder abgesetzt werden können. Gleichzeitig sollte der Ernährung und anderen natürlichen Ansätzen, die die zugrunde liegenden Ursachen und Risikofaktoren chronischer Erkrankungen angehen, weitaus mehr Aufmerksamkeit geschenkt werden. Vorrang vor der Erstellung immer länger werdender Verschreibungslisten sollte stets die Prävention von Krankheiten haben.
Weitere Informationen zu den Gefahren der Polypharmazie und dazu, warum ältere Menschen, die mehrere Medikamente einnehmen, einem deutlich höheren Risiko für Gebrechlichkeit, Behinderung und Tod ausgesetzt sind, finden Sie in diesem Artikel auf unserer Webseite.